Ein Impf-Konzept fürs Zürcher Spitalpersonal

70 Prozent des Gesundheitspersonals sollte gegen Grippe geimpft sein. Dieses Ziel erreichen Zürcher Spitäler bei weitem nicht. Ein Impfobligatorium ist arbeitsrechtlich schwierig durchzusetzen. Der Kanton Zürich verlangt aber von den Vertrags-Spitälern ein «Impf-Konzept».

Eine Spritze mit dem Grippe-Impfstoff Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zürcher Spitäler sollen aufzeigen, wie sie Ärztinnen und Pfleger von der Grippe-Impfung überzeugen wollen. Keystone

Sie ist tief, die Impfrate an Zürcher Spitälern, und das seit Jahren. Laut Recherchen des «Tages-Anzeigers» erreicht die Impfquote unter den Angestellten in Zürcher Spitälern zurzeit zwischen 14 und 42 Prozent.

Eine Impfkampagne des Verbands Zürcher Krankenhäuser im letzten Herbst bewirkte zwar eine Steigerung der Impfquote von fünf Prozent unter den Spital-Angestellten, für Christian Schär, Präsident des Verbands Zürcher Spitäler, ist dies aber nicht genug: «Wir sind noch nirgends. Die fünf Prozent sind ein bescheidener Erfolg, aber wir müssen weitermachen.» Um bei der Patientensicherheit auf der sicheren Seite zu sein, müsste die Impfquote bei 70 Prozent liegen, so Schär.

Impfzwang als «Ultima ratio»

In den nächsten Jahren will der Verband weiterhin auf Kampagnen und Überzeugungsarbeit setzen. Sollte die Impfquote bis in drei Jahren nicht markant ansteigen, überlegt sich Schär jedoch ein Impfobligatorium. Dennoch ist es ein Weg, den er nicht gerne gehen würde: «Diese Massnahme kommt nur als «Ultima ratio» in Frage, sie ist unpopulär und ich finde sie nicht gut.» Statt Zwang sollte man auf Selbstverantwortung setzen können, findet Schär.

Grippeimpfung – Medizinisches Personal sträubt sich

6:05 min, aus Puls vom 13.10.2014

Nun ist die Politik gefordert

Rechtlich wäre ein Impfobligatorium nur schwer durchsetzbar. Weder der Verband noch die Spitäler als Arbeitgeber könnten das Obligatorium durchsetzen, sagt Schär: «Dies müsste der Bund oder der Kanton verfügen, auf gesetzgebender Ebene.»

Zum heutigen Zeitpunkt gibt Schär einem solchen Vorhaben jedoch noch keine Chance. «Der Politik ist allerdings die Patientensicherheit sehr wichtig, dann sollten auch die gesetzlichen Rahmenbedigungen entsprechend gestaltet werden.» Beim Bundesamt für Gesundheit winkt man indes ab: Geplant sei gar nichts, heisst es auf Anfrage des «Regionaljournals». Auch der Kanton Zürich plant keine staatlichen Massnahmen Richtung Impfzwang.

Wie sage ich es meinem Personal?

Neu verlangt die Zürcher Gesundheitsdirektion von ihren Vertrags-Spitälern aber, dass sie ein Impf-Konzept vorlegen. Damit müssen die Spitäler aufzeigen, wie sie ihr Personal dazu bringen wollen, sich impfen zu lassen. Welche Impfquote erreicht werden soll, schreibt der Kanton allerdings nicht vor. Auf die Art, heisst es bei der Zürcher Gesundheitsdirektion, müssten sich die Spitäler aber aktiv mit dem Thema Impfen auseinandersetzen.