Erfolgsmodell Praxisassistenz: Wenn Ärzte in die Lehre gehen

Wer Kinderarzt werden will, muss nach dem Studium im Spital sein Handwerk lernen. Nur: Die meisten Kinderärztinnen eröffnen später eine Praxis. Und genau die Arbeit in der Praxis wird ihnen nicht beigebracht. Ausser am Kinderspital Zürich. Dort feiert die Praxisassistenz nun Jubiläum.

Eine Ärztin schaut einem Kind ins Ohr Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Ausbildung im Spital bereitet einen Kinderarzt kaum auf den Praxisalltag vor. Die Praxisassistenz schafft Abhilfe. Keystone

Eigentlich suchte Sepp Holtz vor 15 Jahren einfach eine längere Ferienvertretung für seine Praxis. Statt eines erfahrenen Kinderarztes holte Holtz eine Assistenzärztin, bildete sie aus und überliess ihr dann seine Praxis. So entstand das Modell Praxisassistenz.

Denn dank der guten Erfahrungen mit der ersten Praxisassistentin nahm Sepp Holtz weiterhin angehende Kinderärzte in die Lehre. Das Modell war beliebt und seit 2003 ist auch das Zürcher Kinderspital mit im Boot und bietet die Praxisassistenz bei Sepp Holtz als Teil der Ausbildung an.

Mittel gegen den Mangel an Hausärzten

«Als ich meine Praxis eröffnete, musste ich einen ganz neuen Beruf erlernen», sagt Sepp Holtz. Denn die Assistenzzeit im Spital bereitet einen Arzt nur schlecht auf den Praxisalltag vor. Deshalb sei die Praxisassistenz entscheidend - und ein Erfolgsmodell. Holtz hat jeweils viel mehr Bewerberinnen und Bewerber als freie Stellen. «Die Praxisassistenz hilft auch gegen den Mangel bei den Hausärzten», ist Holtz überzeugt. Und hofft, dass das Zürcher Modell bald auch von anderen Kinderspitälern kopiert wird.