Felix Aeppli: «Ich bin kein Fan, ich bin Stonologe»

Seit fast 50 Jahren sammelt Felix Aeppli Tonträger der Rolling Stones. Doch er ist kein gewöhnlicher Sammler, die Stones seien sein «Untersuchungsgegenstand». Sein Werkkatalog gilt als einer der besten der Welt. Ans Konzert vom Sonntag in Zürich geht er trotzdem nicht - zu wenig spannend, sagt er.

Ein Mann nimmt eine kleine Schallplatte auf einem Gestell. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 3500 Tonträger hat der selbst ernannte «Stonologe» Felix Aeppli gesammelt. Keystone

Fünf Meter lang ist das Gestell mit Schallplatten im Estrich von Felix Aeppli. Über 1000 Alben stehen da, chronologisch und thematisch geordnet. Darunter auch sehr seltene Expemplare, etwa eine Testpressung der ersten LP mit einer anderen Fassung von «Tell Me». «Die ist schon was wert, im vierstelligen Franken-Bereich», sagt Felix Aeppli im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Trotzdem ist klar: «Verkaufen kommt nicht in Frage.»

Der Wahn der Vollständigkeit

Seit fast fünfzig Jahren sammelt Felix Aeppli Singles, EPs und LPs, später auch CDs und DVDs der Rolling Stones. Doch Aeppli ist nicht einfach ein Fan. «Der Wahn ist für mich die Vollständigkeit», sagt der promovierte Historiker, der von den Rolling Stones als seinem «Untersuchungsgegenstand» spricht. Aeppli führt eine Suchliste mit rund 30 Tonträgern, die ihm noch fehlen. Darauf steht zum Beispiel eine Remix-Version von «You can't always get what you want» einer belgischen Elektro-Band.

Felix Aeppli ist fasziniert von den Stones, doch ans Konzert im Letzigrund geht er nicht. Die Setlist langweilen ihn. «Satisfaction, Midnight Rambler, Angie - das muss ich nicht mehr hören.» Doch ganz ignoriert wird das Konzert am Sonntag nicht: Felix Aeppli wird es fein säuberlich in seinen Online-Webkatalog eintragen.