«Mein Kind schlägt mich»

In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Beratungen beim Elternnotruf mehr als verdoppelt: Rund 4'500 wurden 2014 durchgeführt. Fast die Hälfte davon machten Anrufe aus dem Kanton Zürich aus. Häufig holen sich Eltern Hilfe, weil sie von ihren Kindern bedroht werden.

Ein Vater führt ein Telefongespräch in Anwesenheit seines Sohns Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sind die lieben Kleinen ausser Rand und Band hilft der Elternnotruf. Colourbox

Der Elternnotruf bietet rund um die Uhr kostenlos Hilfe und Beratung an und wird von Eltern immer häufiger genutzt.

Peter Sumpf, Geschäftsleiter des Elternnotrufs glaubt aber nicht, dass die Eltern heute generell schneller überfordert sind und deshalb häufiger den Elternnotruf kontaktieren: «Das Angebot ist heute bekannter, es hat aber auch damit zu tun, dass heute schneller eine telefonische Beratung in Anspruch genommen wird.»

Gewalttätige Kinder: Ein heikles Thema

Häufig drehten sich die Beratungen um Fragen rund ums Baby- und Kleinkindalter, sagt Sumpf gegenüber dem «Regionaljournal». Babys, die nicht schlafen, ständig schreien - oder später dann in der Trotzphase zu allem «Nein» sagen. Eine dritte grosse Gruppe betreffe Jugendliche in der Pubertät: «Medienkonsum ist ein grosses Thema, aber auch das Scheitern im Beruf oder bei der Berufswahl.»

Ein Thema, worauf sich der Elternnotruf spezialisiert hat und welches immer wieder auftauche, sei Gewalt von Kindern gegenüber ihren Eltern:

«  Eltern werden von ihren Kindern an die Wand gedrückt - verbal oder physisch »

Peter Sumpf
Geschäftsleiter Elternnotruf

Dies betreffe vor allem Jugendliche, die in aggressiver Manier Forderungen stellten und die Eltern bedrohten. «Mit diesem Thema geht man nicht gerne zu den Nachbarn.»