Neue Männer braucht die Schule

Seit Jahren sinkt der Anteil der männlichen Lehrer in den Klassenzimmern. Ein privater Verein und die pädagogischen Hochschulen Zug und Zürich geben Gegensteuer. Mit ihrem Projekt «Umsteiger, einsteigen!» wollen sie Männer Primarschul-Luft schnuppern lassen und sie fürs Unterrichten begeistern.

Ein Lehrer hilft einem Schüler bei den Hausaufgaben Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schnuppern bei einem Umsteiger und selbst auf den Schul-Geschmack kommen: Das ist die Idee des Projekts. Keystone

Heute sind sie Ingenieure, Bauzeichner, Schreiner oder Sportartikelverkäufer, in naher Zukunft sollen sie ihre angestammten Berufe hinter sich lassen und Lehrer werden. Das Projekt der Pädagogischen Hochschulen Zug und Zürich ist ehrgeizig.

Einen halben Tag lang erhalten interessierte Männer die Gelegenheit, bei einem Primarlehrer zu schnuppern. Der Clou: Die Primarlehrer sind ihrerseits bereits Umsteiger, hatten also ursprünglich einen ganz anderen Beruf und stehen heute im Klassenzimmer.

Interesse wecken und Vorurteile abbauen

Die interessierten Männer dürfen auch nicht nur zugucken, sie können auch gleich in den Schulalltag eintauchen, zum Beispiel einer Gruppe Schülerinnen und Schülern eine Geschichte erzählen, erklärt Projektleiterin Christa Kappler von der PH Zürich. «Wir wollen damit Barrieren abbauen», sagt sie. Viele Männer hätten falsche Vorstellungen übers Unterrichten im Kopf, oder die Idee, dass Frauen für den Lehrerberuf geeigneter seien.

Die Hochschulen erhoffen sich vom Projekt «Umsteiger, einsteigen!», dass sich wieder mehr Männer für den Lehrerberuf entscheiden. In den letzten Jahren ist der Männer-Anteil an den Primarschulen stetig gesunken. Im Kanton Zürich sind es zurzeit noch 16,5 Prozent.