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Abwechslung im Altersheim Clownin Freud(h)a bringt Leichtigkeit in die Demenz-Abteilung

Die Aargauerin Christine Hunkeler bringt als Clownin Freud(h)a etwas Abwechslung und Freude ins Altersheim.

Lachen ist die beste Medizin. In diesem Sprichwort steckt mehr Wahrheit, als manch einem bewusst ist. Lachen reduziert nachweislich Stress, pumpt mehr Sauerstoff in den Körper, regt die Durchblutung an und hat viele weitere positive Auswirkungen auf die Gesundheit.

Eine lächelnde Person trägt zwei bunte Einkaufstaschen in einem Büro.
Legende: Ihren Arbeitsantritt im Altersheim Burkertsmatt macht Christine Hunkeler noch in zivil. SRF / Nina Köpfer

Wenn also die Aargauerin Christine Hunkeler als Clownin ein Alterszentrum besucht, dann sorgt sie nicht einfach nur für etwas Zerstreuung. Mit ihrer Kunstfigur Freud(h)a bringt sie etwas Linderung, etwas Heilung, etwas Besserung. «Ich gehe nach einem Besuch immer glücklich nach Hause», sagt sie.

Seit zwölf Jahren als Clownin im Altersheim

Heute besucht die Clownin die geschlossene Wohngruppe des Alterszentrums Burkertsmatt in Widen AG. Hier tritt sie bereits seit zwölf Jahren regelmässig auf. Bei ihrer Ankunft trägt sie noch zivil, erst in der Garderobe wird Christine Hunkeler zu Freud(h)a. «Die Menschen verstehen diesen Namen, sie können ihn sich merken.»

Ältere Person schminkt sich vor einem Spiegel.
Legende: Christine Hunkeler schminkt sich für ihren Auftritt. SRF / Nina Köpfer

Vielleicht hilft ja auch Freud(h)as auffälliges Outfit dabei, dass sie im Gedächtnis bleibt. Gelbes T-Shirt, rotes Kleid, rote Nase, im Haar stecken schillernde Schmetterlinge. Die Schuhe sind bunt verziert und mit Glöckchen geschmückt.

Clownin und Gesprächspartnerin

Wenn Sie lässig durch die Gänge in der Demenz-Abteilung schlendert, fällt Freud(h)a auf. Wegen ihrer bunten Kleider, bepackt mit ihren grossen Taschen, angekündigt durch das Klingeln ihrer Schuhe. Doch trotzdem sagt Christine Hunkeler: «Manchmal merken die Leute gar nicht, dass ich ein Clown bin.»

Ältere Frau im Stuhl spricht mit einer anderen im bunten Kleid mit Rollator.
Legende: Gegenüber einem Clown können sich manche besser öffnen als gegenüber einer Ärztin. SRF / Nina Köpfer

Ihren ersten Besuch an diesem Nachmittag macht die Clownin bei einer älteren Dame, die gemäss dem Pflegepersonal eher zurückgezogen in ihrem Zimmer lebt. «Ich bin der Clown, also die Clownin», sagt Freud(h)a, als sie in das Zimmer tritt. «Sie sind im falschen Zimmer», entgegnet die Bewohnerin. Worauf Freu(h)a antwortet: «Aber ich suche jemanden, der mit mir schwatzt.»

Christine Hunkelers Weg zu Clownin Freud(h)a

Box aufklappen Box zuklappen

Ursprünglich hatte Christine Hunkeler eine KV-Lehre gemacht. Später arbeitete sie als Einrichtungsberaterin. Doch sie suchte nach einer Aufgabe mit mehr Lachern und mehr Freude. Nach etlichen Wochenend- und Abendkursen und diversen Weiterbildungen kam sie schliesslich zum Verein Humor Care Schweiz, der ausgebildete Besuchs-Clowns zu seinen Mitgliedern zählt. Durch eine Freundin hatte sie dann ihre ersten Auftritte im Altersheim in Widen, vor mittlerweile etwa zwölf Jahren. Seither ist sie gemäss ihrer Homepage in etwa zwanzig weiteren Institutionen für ältere Leute aufgetreten.

Nach dem holprigen Start taut die Bewohnerin langsam auf. Sie macht der unerwarteten Besucherin Komplimente, etwa über ihre schöne rote Nase.

Nach harzigem Start entsteht ein gutes Gespräch

Auf einmal beginnt die ältere Dame, von sich selbst zu erzählen. Zum Beispiel, dass sie früher Igel in ihrem Garten hatte oder sie im nächsten Jahr ihren 100. Geburtstag feiern könnte. Nachdem Freud(h)a ihr auch noch ein Ständchen singt, ist die ältere Dame gerührt und bedankt sich herzlich bei der Clownin. «Das war ein sehr schöner Moment, merci beaucoup.»

Nahaufnahme von bunten Schuhen neben einem Rollstuhl auf einem Holzboden.
Legende: Bunte Schuhe neben dem Rollstuhl. Mit ihren Auftritten bereitet Christine Hunkeler viel Freude. SRF / Nina Köpfer

Als Nächstes besucht die Freud(h)a den Gemeinschaftsraum im obersten Stock des Alterszentrums. Hier sitzen etwa zehn Bewohnerinnen und Bewohner. Gemeinsam singen sie das Appenzeller-Lied, einige klatschen und lachen mit der bunten Besucherin.

Clownin in rotem Kleid spricht mit einer Person in einem Raum.
Legende: Als Clownin kommuniziert Christine Hunkeler stärker mit Körpersprache oder Mimik. Sie achte besonders auf die Augen, sagt sie. SRF / Nina Köpfer

Doch einer älteren Dame ist der Besuch etwas zu laut und sie verlässt den Raum. Dass ihr Auftritt nun mal nicht immer allen gefalle, gehöre auch dazu, sagt Christine Hunkeler. «Ich mache jeden Auftritt ohne Erwartungen. Was auch immer zurückkommt, es ist ein Geschenk.»

Humor als Seiltanz

Dass ein Auftritt jedoch überhaupt nicht gelingt, sei ihr noch nie passiert. «Ich muss ruhig bleiben und spüren, was sich entwickelt.» Doch jeder Auftritt sei auch ein Seiltanz. Worüber darf man Scherze machen? Was ist tabu? Wann werden Grenzen überschritten? Diese Fragen müsse sie sich immer wieder von Neuem stellen. «Aber ich habe gelernt, dass man als Clown nichts falsch machen kann.»


Regionaljournal Aargau Solothurn, 10.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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