Alien-Schöpfer HR Giger ist tot

Der Schweizer Künstler und Oscar-Preisträger HR Giger ist 74-jährig gestorben. Er erlag am Montag im Spital den Verletzungen, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte. Mit seiner bizarr-beklemmenden Kunst wurde er weltberühmt.

HR Giger starb am Montagnachmittag im Spital an den Verletzungen, die er sich bei einem Sturz zugezogen hatte. Das erfuhr SRF News Online aus dem Umfeld der Familie. HR Giger lebte und arbeitete zuletzt in Zürich-Seebach.

HR Giger – der Meister des Dunkeln ist tot

2:29 min, aus Tagesschau vom 13.5.2014

Internationale Bekanntheit erlangte der Graubündner mit seinem «biomechanischen» Stil. Darin erschuf er bizarre Landschaften, beklemmende Kreaturen und exotisch anmutende Frauenfiguren.

Weltberühmter Bündner

Geboren wurde HR Giger 1940 in Chur. Bereits als Kind faszinierte ihn das Surreale und Makabre. 1962 zog er nach Zürich, um Architektur und Industriedesign zu studieren. Künstlerisch tätig war Giger bereits zu dieser Zeit. Nach Abschluss des Studiums 1966 arbeitete er als Designer und Innenarchitekt, wandte sich aber bald ausschliesslich der Kunst zu.

Zunächst malte er seine grossflächigen Gemälde mit Öl, entdeckte aber dann die Airbrush-Spritzpistole, mit der er fortan bevorzugt arbeitete. In den 60ern und 70ern gestaltete er für viele Musikbands die Schallplattenhüllen. Das bekannteste Cover ist wohl dasjenige des Albums «Brain Salad Surgery» der britischen Progressive-Rock-Band Emerson, Lake and Palmer (ELP), das 1973 erschien.

Später kreierte Giger auch Skuplturen und Möbelstücke. Wie auch bei den Bildern thematisierte der Schweizer Künstler hierbei morbid-magische Welten, in denen das Menschliche mit dem Mechanischen verschmilzt.

Ein kurzer Blick zurück auf das Leben von HR Giger

6:59 min, aus SRF 4 News aktuell vom 13.05.2014

Einen Oscar für «Alien»

Gigers grösster Erfolg war wohl der «Alien»-Film von Ridley Scott, den er mit seinem unverwechselbaren Stil prägte. Der Regisseur war durch Gigers Bildband «Necronomicon» auf ihn aufmerksam geworden und hatte ihn auf der Stelle engagiert. Die Zeichnungen und Bilder für den Film wurden erstmals in einer Zürcher Galerie gezeigt. Für «Alien» erhielt H.R. Giger 1980 den Oscar in der Kategorie «Beste visuelle Effekte».

1998 wurde in Gruyères (FR) das Museum HR Giger im mittelalterlichen Château St. Germain zwischen 400-jährigem Gemäuer eröffnet. Weltweit widmeten sich in den letzten Jahren zahlreiche Retrospektiven dem Gesamtwerk des Schweizer Künstlers.

Beileidsbekundungen aus aller Welt

Weltweit scheint HR Gigers Tod Betroffenheit auszulösen. So bezeugen auf Twitter zahlreiche Prominente ihr Beileid und ihre Bewunderung für den Schweizer Künstler, zum Beispiel Kurt Cobains Tochter Frances Bean.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • H. R. Gigers verborgene Welt

    Aus Schweiz aktuell vom 13.5.2014

    Er lebte 40 Jahre lang versteckt und abgeschottet in einem Reihenhaus in Zürich-Seebach: Der gestern verstorbene Künstler H.R. Giger. Seine Nachbarn haben ihn fast nicht wahrgenommen. Ein Blick ins Innere des Hauses offenbart die düstere Welt des Künstlers. Eine Würdigung.

  • Kurator Andreas Hirsch zum Phänomen HR Giger

    Aus Echo der Zeit vom 13.5.2014

    Der Schweizer Künstler HR Giger ist am Montag 74-jährig an den Folgen eines Sturzes gestorben. Seine Figuren haben sich in die Albträume vieler geschlichen und ihm selber 1980 einen Oscar beschert - für «Beste visuelle Effekte» im Film «Alien».

    Andreas Hirsch hat Giger als Freund und Kurator begleitet - 2011 mit der grossen Retrospektive im Kunstmuseum Wien und 2013 in Linz. Kulturredaktor Igor Basic hat mit Andreas Hirsch gesprochen.

    Igor Basic