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Anhaltende Trockenheit Wie gut ist die Schweiz gegen Waldbrände gewappnet?

Es ist trocken und die vierte Hitzewelle steht bevor. Die Bäume hierzulande sind vor Waldbränden nicht gefeit.

Vor gerade einmal drei Jahren stand Feuerwehrkommandant Sven Bregy oberhalb der Walliser Gemeinde Bitsch im Einsatz. Das Ausmass des damaligen Waldbrandes sieht man noch heute. «Innerhalb von 15 Minuten stand alles im Vollbrand», erinnert sich Bregy. Einen Monat lang standen die Feuerwehren und Löschhelikopter im Einsatz, um den Waldbrand oberhalb von Bitsch zu löschen.

Immer wieder brennen die Wälder in den Bergen. Doch mittlerweile gibt es auch im Mittelland im Sommer immer häufiger Waldbrände. In diesem Sommer schon 27. Auch im Aargauer Wald ist die Waldbrandgefahr aktuell hoch. Sogar sehr hoch, erklärt Daniel Aeschbach, Vorstandsmitglied des Aargauischen Feuerwehrverbands.

Das liege an drei Faktoren: «Die Luftfeuchtigkeit liegt unter 20 Prozent, es hat Temperaturen um die 36 Grad und Windgeschwindigkeiten über 40 Stundenkilometer.» Daniel Aeschbach macht mit dem Verein «@fire» deshalb Feuerwehren fit für Waldbrände. Ein Kurs alleine reiche aber noch nicht. «Jede Feuerwehr müsste das eigentlich jedes Jahr trainieren», sagt Aeschbach.

Schutz beginnt schon beim Pflanzen von Bäumen

Der beste Schutz ist, wenn es gar nicht erst zu einem Brand kommt. Deshalb überlegen sich die Förster genau, welche Bäume sie pflanzen. Generell sei es wichtig im Rahmen der Klimawandel-Thematik, dass man eine grosse Baumartenvielfalt habe, erklärt Christoph Hitz, Förster beim Forstbetrieb Siggenberg. «Es braucht nicht nur Föhren oder Fichten, sondern eine bunte Mischung aus Laub- und Nadelbäumen. So kann man die Risiken verteilen.» Ausserdem gebe es Baumarten wie die Mammutbäume, die eine sehr dicke Rinde haben und dadurch eine gewisse Zeit im Feuer bestehen können.

Blick nach oben auf hohe Bäume im Wald.
Legende: Mammutbäume können eine gewisse Zeit im Feuer bestehen. SRF

Früher oder später brennen aber fast alle Bäume. Noch wichtiger als der Baum ist deshalb der Mensch. «Das einzige, das man machen kann, ist präventiv dafür zu sorgen, dass das Feuerverbot eingehalten wird», sagt Hitz. Ausserdem weise man die Waldbesuchenden daraufhin, dass man Zigaretten nicht in den Wald reinwerfen sollte, da das Laub dürr ist.

Lernkurve bei Waldbrandbekämpfung

Dies gilt nicht nur für den Aargau, sondern schweizweit. Nur in Teilen des Kantons Graubünden ist die Waldbrandgefahr aktuell mässig. In anderen Teilen und im Kanton Tessin ist sie erheblich. In grossen Teilen der Schweiz muss man von einer grossen Waldbrandgefahr ausgehen. In den beiden Basel, Teilen der Zentralschweiz und des Wallis gilt gar die höchste Gefahrenstufe.

Im Wallis haben die Feuerwehren aus den bisherigen Waldbränden gelernt. Es gibt mehr Ausbildung zum Thema und neues Material. Beispielsweise Waldbrandbekämpfungs-Hacken, sagt Feuerwehrkommandant Sven Bregy: «Du kannst damit schaufeln, pickeln, rechen.» Ausserdem gehen die Feuerwehrleute nicht mit einer schweren Brandschutzausrüstung in den Wald. Stattdessen gebe es eine leichte Brandschutzbekleidung inklusive Waldbrandstiefeln.

Die Frage ist nicht, ob ein nächster Waldbrand kommt, sondern wann der nächste Waldbrand kommt.
Autor: Sven Bregy Feuerwehrkommandant

Die Feuerwehren im Wallis fühlen sich gewappnet. Und das müssen sie wohl auch. «Die Frage ist nicht, ob ein nächster Waldbrand kommt, sondern wann der nächste Waldbrand kommt», so Bregy. Bislang habe es immer ungefähr einen Zehnjahres-Rhythmus bis zum nächsten Waldbrand gegeben. «Ich glaube aber nicht, dass es nochmals zehn Jahre geht, bis solch ein grosser Waldbrand bei uns in der Region stattfindet.»

10 vor 10, 27.7.2026, 21.50 Uhr ; 

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