Asthma-Tote in Sambia: Was unternimmt Glencore?

Ist das Schwefeldioxid der Kupferhütte schuld? Ein Vertreter des Rohstoffkonzerns nimmt in der «Rundschau» Stellung.

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Der Leiter Nachhaltigkeit bei Glencore nimmt Stellung.

12 min, aus Rundschau vom 12.3.2014
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Asthma-Tote in Sambia

Der Beitrag der «Rundschau» über die Schwefelkonzentrationen bei der Kupferhütte in Sambia und die Beschwerden der Anwohner.

Die Anwohner von Glencore-Xstratas Kupferhütte im sambischen Mufulira sind extrem hohen Schwefeldioxid-Belastungen ausgesetzt. Das ergaben Messungen, welche die «Rundschau» vornehmen liess. Solche Schadstoff-Konzentrationen lösen unweigerlich Gesundheitsschäden aus, erklärt ein Experte.

In der «Rundschau» nahm Michael Fahrbach, Leiter Nachhaltigkeit bei Glencore-Xtrata, dazu Stellung. Zu konkreten Krankeitsfällen vor Ort äusserte er sich nicht. Doch «Schwefeldioxid ist ein reizendes Gas, in den entsprechenden Konzentrationen kann es zu Beeinträchtigungen führen», so der Chemiker.

«Würden Sie Ihr Kind in eine Schule schicken neben einer Kupferfabrik, in der solche enormen Giftgase ausströmen?», fragte Moderator Sandro Brotz. «Diese Frage stellt sich nicht, weil meine Kinder in Deutschland leben», so der Glencore-Vertreter. Brotz hakt nach. «Sicherlich ist Mufulira kein Ort, an dem die Luftqualität so ist, wie wir sie uns heute vorstellen. Das schliesst alle Menschen ein, die dort leben», so Fahrbach. Doch Glencore habe Millionen von Dollar in die Hand genommen, um den Zustand der Kupferhütte zu verbessern, wie der Beitrag der «Rundschau» auch zeige.

«Das entbindet Sie nicht von der Verantwortung in der Vergangenheit», entgegnete der SRF-Moderator. Messungen der «Rundschau» hätten ergeben, dass der Schwefeldioxid-Durschnittswert über 10 Tage 40 Mal höher sei als von der Weltgesundheitsorganisation vorgeschrieben.

«Diese Fabrik entspricht nicht dem, wie man sich heute eine Kupferfabrik vorstellt», gab Fahrbach zu. Doch wenn man eine Anlage ohne Umwelttechnik übernehme, die wirtschaftlich marode sei, dauere es Jahre, bis man internationale Standards erreiche – dies passiere nicht über Nacht. Glencore hatte die Kupferhütte im Jahr 2000 übernommen.

Ob Glencore bereit sei, geschädigte Familien zu kompensieren? «Wir halten uns dies offen, weil die Beweislage nicht geklärt ist», sagte Fahrbach. Man werde sich mit der sambischen Regierung zusammensetzen, sollten solche Forderungen an die Firma herangetragen werden.

Das ganze Gespräch mit Michael Fahrbach sehen Sie im Video.