Atomlos durch die Nacht

Zur Reparatur eines Dampflecks im Turbinenkreislauf musste in der Nacht das AKW Gösgen vom Netz genommen werden. Weil auch die übrigen Schweizer Atomkraftwerke wegen Revisionen und Reparaturen nicht in Betrieb sind, wird hierzulande bis auf weiteres kein Atomstrom mehr produziert.

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AKW Gösgen wegen Reparatur vom Netz

0:53 min, aus Tagesschau am Mittag vom 17.8.2015

Am Samstag wurde im AKW Gösgen ein Dampfleck im nichtnuklearen Turbinenkreislauf festgestellt. Noch in der Nacht wurde das Kraftwerk zur Klärung der Ursache und für die nötigen Reparaturen vom Netz genommen. Damit produziert derzeit keines der Schweizer Atomkraftwerke Strom. Gösgen dürfte laut einem Sprecher allerdings noch diese Woche wieder ans Netz gehen.

Kühlturm des AKW Gösgen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: AKW Gösgen: Die Reparaturarbeiten beginnen am späteren Nachmittag. Keystone

Seit Freitag ist auch Block 2 des AKW Beznau nicht mehr in Betrieb. In einer vier Monate dauernden Revision soll unter anderem der Deckel des Reaktordruckbehälters ausgewechselt werden. Block 1 ist wegen Unregelmässigkeiten im Material des Reaktordruckbehälters bereits seit März abgestellt.Das dürfte auch bis nächstes Jahr so bleibe. Der stellvertretende Ensi-Direktor rechnet damit, dass die Aufsichtsbehörde ihre Stellungnahme frühestens im ersten Quartal 2016 fertiggestellt hat.
Und auch die AKWs Leibstadt und Mühleberg sind für die Jahresrevision vom Netz genommen worden.

Genug Strom dank Wasserkraft

Ein Energieengpass sei jeoch nicht zu befürchten, heisst es beim Bundesamt für Energie BfE. Auch sei die Situation nicht sehr aussergewöhnlich, sagt ein BfE-Sprecher zu SRF News. Im Sommer komme es immer wieder vor, dass für Revisionen mehrere Atomkraftwerke gleichzeitig abgeschaltet würden.

Stausee am Grimselpass Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dank Wasserkraft wird heute Montag mehr Strom exportiert als eingekauft. Trotz Abschaltung aller AKWs. Keystone

So exportiert die Schweiz laut der Netzbetreiberin Swissgrid heute Montag gar mehr Strom, als sie importiert. Hauptsächlich dank voller Stauseen und viel Schmelzwasser, sagt Swissgrid-Sprecher Andreas Schwander.

Laut der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG wird die Stromproduktion nach der Reparatur und den entsprechenden Prüfungen wieder aufgenommen. Bis wann die Schweiz noch ohne eigenen Atomstrom auskommen muss, ist jedoch noch unklar.