- Bevor auf dem Klybeckareal ein neues Quartier gebaut wird, muss der Boden saniert werden, verlangt der Kanton – wegen des Altlastenrechts.
- Im Boden des früheren Industriegebiets wurden mit ausgeweiteten Messungen im Grundwasser teils Schadstoffe über dem Sanierungsgrenzwert gefunden.
- Auf Basis dieser Messungen wird nun bis Anfang 2027 ein Konzept erstellt, wie der Boden saniert werden soll.
Benzidin, 4-Aminobiphenyl, PFAS und Arsen – von diesen und anderen Stoffen wurden im Grundwasser des Basler Klybeckareals unzulässig hohe Konzentrationen gefunden. Das bedeutet: Bevor die Bagger auffahren und das neue Quartier gebaut wird, muss der Boden saniert werden.
«Die Grundeigentümerinnen Rhystadt und Swiss Life müssen darum weitere Untersuchungen machen», sagt Matthias Nabholz, Leiter des Basler Amts für Umwelt und Energie. «Sie müssen die Quellen der Verschmutzung suchen und diese beseitigen.»
Er sehe es gerne, wenn an belasteten Standorten gebaut wird, sagt Nabholz weiter: «Dann wird diese Belastung nämlich aus dem Boden rausgeholt, weil er vorab saniert werden muss.»
Monitoring ausweiten
Dass im Klybeck Giftstoffe im Boden sind, ist längst klar. Auf dem Gebiet hat die Chemie Jahrzehnte lang produziert. Seit 2001 wird deshalb das Grundwasser überwacht. Vor drei Jahren wurde dieses Grundwassermonitoring intensiviert. «Und jetzt weiten wir die Untersuchungen nochmals aus», sagt Adrian Kohler, Mediensprecher der Grundeigentümerin Rhystadt.
Heute und in Zukunft
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Bild 1 von 2. Sicht von der Dreirosenbrücke: So sieht das Areal heute aus ... Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Bild 2 von 2. ... und so soll es bis im Jahr 2040 aussehen. 8500 Menschen sollen dann im neuen Quartier wohnen. Bildquelle: Diener & Diener Architekten.
«Grundwassermonitoring ist nur eine Art Fiebermesser», erklärt Kohler. «Wo genau die Entzündung oder die Quelle der Belastung ist, muss man mit weiteren Bohrungen genauer eruieren.» Und diese werden nun gemacht.
Bis im Frühling 2027 wollen Rhystadt und Swiss Life einen konkreten Sanierungsplan erarbeiten. Er basiert auf den intensivierten Messungen, welche die Grundeigentümerinnen jetzt angekündigt haben.
Dass der Boden besser auf Schadstoffe untersucht werden soll, fordert Martin Forter schon lange. Der Altlastenexperte macht seit Jahren etwa auf das hochgiftige Benzidin aufmerksam. In den neueren Messungen wurde nun nach diesem krebserregenden Stoff gesucht – und er wurde auch gefunden.
Forter überraschen die Resultate darum nicht. Das nun angepeilte Vorgehen sei «sicher richtig, aber es dürfte noch systematischer sein. Würde man das Messprogramm anpassen, würde nämlich vermutlich noch mehr zum Vorschein kommen.» Eine eigene Untersuchung zur Geschichte des Areals führe zu dieser Vermutung.
Dass der Boden auf Schadstoffe untersucht wird, ist also unbestritten. Wie das geschehen soll und wo auf dem Areal die Messungen stattfinden, führt aber bereits zu neuen Diskussionen.