Bei Terrorgefahr wären nur 1070 Soldaten verfügbar

Interne Zahlen des VBS zeigen, dass die Schweizer Armee bei einem Ereignis wie einem Terroranschlag innerhalb von 48 Stunden maximal 1070 Soldaten aufbieten könnte. Damit könnte die Armee gemäss Militär-Experten gerade mal ein grösseres Objekt bewachen, berichtet die «Rundschau».

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Zweifel an Handlungsfähigkeit der Armee

9:54 min, aus Rundschau vom 2.3.2016

Die Terroranschläge in Paris im November haben auch den Schweizer Bundesrat aufgerüttelt. Er wollte ganz genau wissen, wie viele Soldaten in der Schweiz in einer vergleichbaren, ausserordentlichen Lage innert kurzer Zeit eingesetzt werden könnten. Die interne Bestandsaufnahme über die verfügbaren militärischen Mittel birgt Brisantes, wie die «Rundschau» berichtet.

Begrenzte Einsatzdauer

Maximal 1070 Soldaten stehen in ausserordentlichen Lagen gemäss einem Dokument des VBS innert 48 Stunden bereit. Im Einzelnen sind dies 100 Militärpolizisten, etwa 170 Infanterie-Durchdiener und etwa 800 Miliz-Soldaten. Dabei ist die sogenannte Durchhaltefähigkeit der Miliz-Soldaten im Wiederholungskurs (WK) auf maximal zwei Wochen beschränkt.

Mit 1000 Soldaten kann man laut Armee-Experten ein grosses Objekt wie zum Beispiel einen Flughafen oder ein Atomkraftwerk bewachen. Mehr liege nicht drin, sagen Fachleute.

Die Armee bestätigt gegenüber der «Rundschau» die Zahl aus dem internen Schreiben. Ein Sprecher fügt an, dass es neben diesen Verbänden «mit Bereitschaftsauflagen» weitere Truppenkörper gäbe, die «ohne Bereitschaftsauflagen» im Dienst stünden. So käme man auf 2000 Soldaten.