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Bern und Schaffhausen Neue Elektrobusse: Passagiere und Chauffeure frieren

Sie können entweder weiter fahren oder mehr heizen, aber nicht beides. Deshalb ist es in den neuen E-Bussen in Bern oder Schaffhausen kalt.

Das Problem: Passagiere sowie Buschauffeure und -chauffeurinnen beklagen sich. Sie frieren in den neuen Elektrobussen – sowohl in Bern wie auch in Schaffhausen. «Es ist ihnen teilweise zu kühl», sagt Patrick Altenburger, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Schaffhausen gegenüber SRF. Zu kalt sei es auch in Bussen von Bernmobil, beklagen sich mehrere Leute bei der regionalen Zeitschrift «Dr Wecker».

Die Übeltäter: Grund für die Probleme sind die neuen batterieelektrischen Busse des spanischen Herstellers Irizar. 26 von ihnen sind in Bern und in der Agglomeration unterwegs. Dreizehn in Schaffhausen. Sie sind zwar modern und klimafreundlich, aber offenbar nicht für den Winter gemacht. «Wir müssen nachjustieren, damit die Temperaturen sowohl für das Fahrpersonal als auch für unsere Kundinnen und Kunden dem entsprechen, was wir erwarten», so Altenburger.

Innenansicht eines beleuchteten Zugs bei Nacht.
Legende: Der neue Elektrobus der spanischen Firma Irizar E-Mobility «ie Tram» haben die Verkehrsbetriebe Schaffhausen 2019 präsentiert. KEYSTONE/Ennio Leanza

Der Hintergrund: Ist es draussen null Grad oder kälter, werden die Busse in der Regel auf 15 Grad geheizt. Dies ist in den Irizar-Bussen jedoch nicht der Fall. Die 15 Grad werden teilweise klar nicht erreicht. Geheizt wird in den neuen Bussen mit einer Wärmepumpe auf dem Dach. Die Busse nehmen die Wärme also aus der Luft, verdichten sie mit etwas Strom und geben sie von der Decke wieder ins Fahrzeug ab. «Kommt eine Wärmepumpe ans Limit, muss man noch mehr elektrisch heizen, das geht aber auf die Reichweite der Batterie», sagt Didier Buchmann von Bernmobil. Die Batterie werde mehr beansprucht und könne entsprechend weniger weit fahren.

Der Kompromiss: Damit die Busse trotzdem weit genug fahren können, wird als Kompromiss weniger geheizt. In Schaffhausen versucht man derzeit, wenigstens im vorderen Teil der Busse zu heizen, damit es den Chauffeuren und Chauffeurinnen weniger kalt ist – sie sitzen am längsten im Bus.

Spiegelreflexion von U-Bahn-Sitzen.
Legende: Sowohl in Schaffhausen wie auch in Bern haben sich Fahrgäste und Fahrpersonal beklagt. KEYSTONE/Ennio Leanza

Die Problemlösung: Die Verkehrsbetriebe Schaffhausen und Bernmobil arbeiten mit Hochdruck am Problem, betonen beide Unternehmen. Man hoffe, mit Nachbesserungen am Heizsystem das Problem in den Griff zu bekommen. Mit einem Software-Update und Parameteranpassungen habe man bei Bernmobil schon eine kleine Verbesserung geschafft. «Wir bleiben dran und hoffen, dass wir in den nächsten Wochen wieder auf dem Richtwert sind», sagt Didier Buchmann von Bernmobil. Dass das Thermometer also bei einer Aussentemperatur von null Grad im Bus wieder 15 Grad anzeigt.

Problem Elektrobus? Nein. Das Problem sei vielmehr die Kombination von Kälte und klimafreundlicher Heizung. Es sei der richtige Entscheid gewesen, auf die spanischen Busse zu setzen, betont Patrick Altenburger von den Schaffhauser Verkehrsbetrieben: «Wenn man jetzt die ganze Elektromobilität hinterfragt, ist das der falsche Ansatz.» Man habe ein Problem mit der Klimatisierung, solle jedoch nicht das Gute an der Elektromobilität aus den Augen verlieren.

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Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 19.1.2025, 6:31 Uhr ; 

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