- Ein historisches Gebäude am Lindenhof in der Zürcher Altstadt ist in der Nacht auf Montag ausgebrannt.
- Der Brand im Vereinslokal einer Zürcher Freimaurer-Vereinigung wurde wohl absichtlich gelegt.
- Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren wegen Brandstiftung eröffnet.
Die bisherigen Ermittlungen würden auf Brandstiftung hindeuten, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage von Keystone-SDA mit. Es sei deshalb ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet worden. Weitere Angaben wollte die Staatsanwaltschaft nicht machen.
In der Nacht auf Montag ist das Feuer im Gebäude an der Südseite des Lindenhofs mitten in der Zürcher Altstadt ausgebrochen. Als die Feuerwehr kurz nach 1 Uhr eintraf, stand der Dachstock bereits in Vollbrand. Ein Übergreifen der Flammen auf einen weiteren Gebäudeteil habe dank mehrseitiger Löscharbeiten in letzter Minute verhindert werden können. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten erwiesen sich als arbeitsintensiv und dauerten bis in den Nachmittag.
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Bild 1 von 5. Der Dachstock des historischen Gebäudes stand in der Nacht auf Montag in Vollbrand. Bildquelle: Keystone/Michael Buholzer.
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Bild 2 von 5. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig und dauern noch an. Bildquelle: Keystone/Michael Buholzer.
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Bild 3 von 5. Der Brand brach kurz nach 1 Uhr nachts am Lindenhof in der Zürcher Altstadt aus. Bildquelle: BRK News.
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Bild 4 von 5. Verletzt wurde niemand – das Gebäude sei jedoch stark beschädigt, teilt Schutz und Rettung Zürich mit. Bildquelle: BRK News.
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Bild 5 von 5. Das Gebäude, das als Freimaurerzentrum dient, befindet sich auf der Südseite des Lindenhofs. Bildquelle: BRK News.
Betroffen ist das Gebäude am Lindenhof 4, das als Freimaurerzentrum dient. Es gehört zusammen mit dem gesamten Lindenhof-Geviert der grössten und ältesten Zürcher Freimaurerloge «Modestia cum Libertate» mit mehr als 120 Mitgliedern. Die Räumlichkeiten der brüderlichen Gemeinschaft – Frauen sind nicht zugelassen – im Untergeschoss des Hauses blieben vom Feuer unversehrt. Es entstand allerdings ein Wasserschaden.
Im Erdgeschoss des Gebäudes hingen Kunstwerke, die vermutlich alle verbrannt sind. Der durch den Brand entstandene Sachschaden beträgt laut Stadtpolizei mehrere hunderttausend Franken.
Feuerwehrleute mussten das Gebäude verlassen
Da das Gebäude einstürzen könnte, waren die Lösch- und Aufräumarbeiten besonders anspruchsvoll. Einsatzleiter Jan Bauke sagte: «Wir haben entschieden, dass die Feuerwehrleute das Gebäude verlassen mussten und nicht von innen gegen das Feuer kämpfen konnten.» Die Feuerwehr beendete ihren Einsatz auf dem Lindenhof am Montagabend.
Noch hindert die Einsturzgefahr des Gebäudes die Arbeit der Ermittler. Diese konnten das Brandobjekt bis am Dienstagmittag noch nicht betreten, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Der Statiker eines unabhängigen Unternehmens habe die Stabilität des einsturzgefährdeten Gebäudes noch nicht abschliessend beurteilt und noch nicht freigegeben.
Die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Gebäude konnten bereits im Verlaufe des Montagmorgens wieder zurück in ihre Wohnungen.
Freimaurer melden Diebstahl
Die Untersuchungen rund um den Grossbrand im historischen Haus laufen auf Hochtouren. Ein Sprecher der Kantonspolizei Zürich, die nun für die Ermittlungen zuständig ist, sagte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Wir stehen noch ganz am Anfang.»
Raoul Würgler ist Stuhlmeister dieser Freimaurerloge, was so viel heisst wie der Präsident des Vereins. Gegenüber SRF bestätigt Würgler einen Diebstahl in einem vom Brand nicht betroffenen Teil des Gebäudes.
Es handle sich um eine Sammlung von Gehstöcken, die in Glasvitrinen aufbewahrt wurden. Die Vitrinen wurden demnach zerstört und die Gehstöcke fehlen. Die Zürcher Stadtpolizei schreibt dazu in einer Mitteilung: «Ob dieser Einbruch einen Zusammenhang mit dem Brand hat, wird ebenfalls untersucht.»