In Zusammenarbeit mit der Luftwaffe fotografieren Kartografen der Landestopografie seit 1926 systematisch die gesamte Schweiz. Statt aufwändiger Bodenmessungen bilden die Luftbilder seither die Grundlage für die Schweizer Landeskarten. Nebenbei entstand die umfassendste Sammlung von Landschaftsaufnahmen der Schweiz.
Die Erfindung der Fliegerei war noch nicht lange her und auch die Fotografie steckte noch in den Kinderschuhen, als vor hundert Jahren die ersten Flugzeuge der Landestopografie abhoben. Die ersten Flüge führten in die Zentralschweiz.
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Bild 1 von 5. Stansstad 1926. Die Bilderreihe von Stansstad reicht von 1926 bis heute. Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 2 von 5. 1962. So lassen sich etwa, im Bild links, der Bau der Autobahn,... Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 3 von 5. 1969. in der Mitte oben der Bau der Hafenanlage,... Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 4 von 5. 1993. und der Bau weiterer Areale beobachten. Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 5 von 5. 2024. Stansstad in der Gegenwart. Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
Die Originale lagern heute im Archiv von Swisstopo – mehr als eine halbe Million Bilder. Wie Cordelia Bucher, stellvertretende Leiterin der Bildsammlung, sagt, zeigen sie eindrücklich, wie sich die Schweiz in den letzten 100 Jahren entwickelt hat: «Wir können nachvollziehen, wie sich Flussverläufe und Gletscher verändert oder wie sich Waldgrenzen verschoben haben.»
Das Bildarchiv zeigt auch Bauwerke aus längst vergangenen Tagen. Aufnahmen aus Zürich zeigen etwa die einstigen Fabriken über der Limmat – Relikte aus dem Mittelalter und der Zeit der Industrialisierung. Die Gebäude wurden 1950 im Zuge der Neugestaltung von Bahnhofsplatz und Bahnhofsbrücke abgebrochen. Heute steht dort das Globusprovisorium.
Eindrücklich sind die Veränderungen aus grosser Höhe. Aus der Vogelperspektive lässt sich erkennen, wie stark die Städte und Dörfer in den letzten 100 Jahren gewachsen sind.
Die Luftfotografie hatte jedoch ihren Preis. In den Pioniertagen kam es zu mehreren tragischen Unfällen, wie Lukas Gerber, Leiter Geschichte und Archive bei Swisstopo, sagt: «Bis 1957 sind insgesamt vier Beobachter bei Einsätzen für die Geodatenerhebung ums Leben gekommen. Flugzeuge stürzten ab – die Aviatik war damals ein sehr gefährliches Geschäft.»
Der Flugdienst wurde vor 100 Jahren allerdings nicht gegründet, um ein Bildarchiv aufzubauen, sondern um eine neue Grundlage für das Schweizer Kartenwerk zu schaffen.
Bis dahin war die Vermessung der Landschaft mühsam und zeitaufwändig. «Es dauerte mehrere Jahre, bis ein Kartenblatt fertiggestellt war. Zwei Ingenieure, ein Kartograf und zahlreiche Hilfskräfte waren draussen im Feld beschäftigt», so Gerber.
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Bild 1 von 4. Die Mitarbeiter des 1838 gegründeten Topographischen Büros schwärmten in alle Winkel des Landes aus. Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 2 von 4. Zu Fuss vermassen sie Berge, ... Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 3 von 4. Hügel und Wälder ... Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
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Bild 4 von 4. wie auch Strassen. Bildquelle: Bildsammlung Swisstopo.
Ab 1926 revolutionierte die Luftfotografie dann die Kartenproduktion. Die Schweiz wurde in engen Streifen abgeflogen und fotografiert. Aus den hochauflösenden Bildern entstanden später im Büro präzise Karten.
Heute liefern Luftaufnahmen zusätzlich 3D-Daten – etwa für das digitale Landschaftsmodell der Schweiz. Der Flugdienst kommt auch bei Naturkatastrophen zum Einsatz, beispielsweise nach dem Bergsturz von Blatten.
Swisstopo fotografiert aktuell alle drei Jahre die gesamte Schweiz. So wächst das Archiv weiter. Und hält fest, was heute ist – für künftige Reisen in die Vergangenheit.