Das Luzerner Kinderspital hat bereits 55 Jahre auf dem Buckel. Und das merkt man: Die Zimmer sind eng und die Gänge dienen gleichzeitig als Lagerfläche für Material. Geplant wurde es einst für die Behandlung von jährlich 3000 Kindern - heute sind es zehnmal mehr kleine Patientinnen und Patienten.
Es ist in der Geschichte der Spital-Gruppe eines der wichtigsten Bauprojekte.
Besserung ist aber in Sicht: 2026 ist das Jahr, in welchem das neue Kinderspital und die neue Frauenklinik in Betrieb gehen. «Es ist in der Geschichte der Spital-Gruppe eines der wichtigsten Bauprojekte», sagt Florian Aschbrenner, CEO des Luzerner Kantonsspitals LUKS und der LUKS-Gruppe.
Fachwissen auf einem Stock vereint
Im Neubau bleiben die Bereiche Geburtshilfe, Neonatologie – die medizinische Versorgung von Frühgeborenen – und die Intensivstation räumlich zusammen. Auch das neue Spital soll als Perinatalzentrum zertifiziert werden.
Es soll ein Zentrum werden, das in dieser Form einzigartig ist in der Schweiz. Die Geburtenabteilung, die Neonatologie und die ebenfalls neue Frauenklinik sind im Neubau nämlich auf einem Stockwerk vereint.
«Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Spezialistinnen und Spezialisten soll im Zentrum stehen», sagt Martin Stocker, Chefarzt des Kinderspitals.
Auch bei der Planung ging das LUKS neue Wege. Im Vorfeld der Erstellung des Neubaus wurden die künftigen Abläufe in einer leeren Fabrikhalle über mehrere Monate simuliert. Rund 80 Mitarbeitende, Ärztinnen und Pflegende konnten ihre Ansichten in die Planung einbringen.
Ebenso wurden Patientinnen und Patienten der Frauenklinik und des Kinderspitals in die Testhalle eingeladen und sie wurden gefragt, was ihnen wichtig sei. Viele Anregungen und Wünsche flossen in das Projekt ein.
Corina Christmann, Co-Chefärztin der Frauenklinik, freut sich deshalb auf den Einzug im Herbst 2026: «Weil alle stark in die Planung involviert waren, konnte für Patientinnen, aber auch für die Mitarbeitenden eine optimale Lösung gefunden werden.»
Für das LUKS ist die Eröffnung des kombinierten neuen Kinderspitals mit der Frauenklinik also ein Meilenstein. Die Arbeiten gehen nun in die Schlussphase. Das LUKS geht aktuell von Gesamtkosten von gegen 260 Millionen Franken aus.