Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Eskalation wegen Geschlecht Berner Polizei führt trans Frau aus dem Marzilibad

  • Eine trans Frau steht im Zentrum einer Kontroverse im Berner Marzilibad.
  • Sie wurde am Sonntag auf Anweisung des Betriebs von der Polizei aus dem «Paradiesli» gebracht, dem FKK-Bereich für Frauen.
  • Die Stadt Bern hat sich am Montag bei ihr entschuldigt.

Die trans Frau, die sich am Sonntagabend im FKK-Bereich für Frauen im Marzilibad aufhielt, sei aufgrund einiger körperlicher Merkmale von anderen Badegästen nicht weiblich gelesen worden, teilt die Stadt Bern mit. Manche Besucherinnen hätten sich durch ihre Anwesenheit gestört gefühlt, andere hätten sich mit der Frau solidarisiert.

Viele Menschen schwimmen in einem Fluss, umgeben von Booten und grünen Bäumen.
Legende: Die Aare führt direkt am Marzilibad vorbei. KEYSTONE / Anthony Anex

Gespräche hätten keine Ruhe in die Situation gebracht. Darauf habe sich der Betrieb fälschlicherweise für eine polizeiliche Wegweisung entschieden. Die konfliktbeladene Stimmung habe zu dieser falschen Einschätzung geführt. Das Sportamt werde die Zugangsregeln künftig klarer kommunizieren.

«Alle Personen, die sich als Frau identifizieren und als solche leben, haben Zugang zum Paradiesli», teilte die Stadt mit. Eine interne Orientierungshilfe unterstütze das Personal vor Ort bei der Handhabung des Zutritts. Im Härtefall gelte das in einem Ausweis festgehaltene amtliche Geschlecht. «Die betroffene Person erfüllt die Zutrittsregelung.»

Kritik aus dem Umfeld der trans Frau

«Der Polizeieinsatz war unverhältnismässig», kritisiert das Umfeld der betroffenen Person in einer Mitteilung. Sechs Polizeiangestellte hätten die trans Frau unter grobem Körpereinsatz zu Boden gebracht und mit Handschellen abgeführt. Nachdem die Frau zwei Stunden auf einer Polizeiwache festgehalten worden sei, habe sie die Nacht in einem Spital verbracht, berichteten Personen aus dem Umfeld der Betroffenen der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Intervention wurde laut Polizei verhindert

Die Polizei hielt fest, die betroffene Person habe sich trotz Aufforderung durch das Badepersonal geweigert, den Frauenbereich des Bades zu verlassen. Mehrere Anwesende hätten sich mit ihr solidarisiert und die polizeiliche Intervention behindert, während sich die Frau den Massnahmen aktiv widersetzt habe. Im Verlauf des Einsatzes habe eine bislang unbekannte Person eine Polizistin tätlich angegriffen. Die Beamtin habe dabei leichte Verletzungen erlitten.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 29.6.2026, 17:30 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel