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Flugzeugunglück Hochwald 1973 Engagement für Überlebende: Ehrenmedaille für Schweizerin

Die Solothurnerin Marlène Vögtli hatte jahrelang Kontakt mit Überlebenden und Angehörigen der schweren Flugzeugkatastrophe.

Es gilt als schwerstes Flugzeugunglück auf Schweizer Boden: Der Flugzeugabsturz einer britischen Chartermaschine in Hochwald SO im April 1973. 108 Personen sind dabei gestorben, 37 überlebten. Die Solothurnerin Marlène Vögtli hat sich nach dem Unglück jahrelang um Überlebende und deren Angehörige gekümmert und hält bis heute Kontakt zu betroffenen Familien.

Ein Mann im Anzug schüttelt die Hand einer älteren Frau mit Medaillen vor Flaggen und einem Porträt.
Legende: Marlène Vögtli empfängt die Ehrenmedaille «British Empire Medal» vom britischen Botschafter James Squire, SRF

Dafür ist Vögtli nun in einem Festakt in der Residenz des britischen Botschafters mit der Ehrenmedaille «British Empire Medal» geehrt worden. Die Medaille wird für zivile oder militärische Leistungen vergeben, an etwa 300 Personen pro Jahr.

Marlène Vögtli erhält die Medaille für ihre «Unterstützung und ihr Engagement für britische Staatsangehörige in besonders herausfordernden und schwierigen Situationen».

Mann im Anzug und Frau mit grauen Haaren sitzen in einem Wohnzimmer.
Legende: Vor der Ehrung gab es Tee in der Residenz des Botschafters James Squire. SRF

Gemeint ist damit die Anerkennung ihrer aussergewöhnlichen, langjährigen und kontinuierlichen Unterstützung der britischen Überlebenden sowie der Angehörigen der Opfer des Flugzeugabsturzes in Hochwald von 1973.

Ältere Person in blauem T-Shirt steht draussen neben einer Mauer.
Legende: Wegen ihres guten Englischs wurde sie angefragt – Marlène Vögtli bei der Gedenkstätte in Hochwald. SRF

Für sie sei es einfach klar gewesen, dass sie den betroffenen Menschen helfe, erklärt Vögtli gegenüber SRF. «Ich finde, es gehört sich, dass wir diesen Leuten den Respekt erweisen, wenn sie hierherkommen.»

Marlène Vögtli war in Australien, als sich der Unfall ereignete, kehrte jedoch im darauffolgenden Jahr in ihre Heimatgemeinde Hochwald zurück. Da sie hervorragend Englisch spricht, bat der damalige Gemeindepräsident sie, bei der Kommunikation mit den britischen Überlebenden und Angehörigen zu helfen.

Das sei 1974 gewesen, erinnert sich Vögtli, zur Einweihung der Gedenkstätte in Hochwald. Sie habe sich um die Überlebenden und die Angehörigen der Opfer gekümmert, habe übersetzt, mit ihnen geredet, ihnen geholfen.

Bis heute sei sie ihre Ansprechperson geblieben. Dazu habe sie mitgeholfen, Veranstaltungen an den Jahrestagen zu planen.

Garten mit Denkmalskulptur, umgeben von Bäumen und zwei Flaggen.
Legende: Regelmässig schickt Marlène Vögtli Fotos der Gedenkstätte nach England. «Sie sind immer begeistert», sagt sie. SRF / Mario Gutknecht

Beverly Wood ist Marlène Vögtli dankbar für ihre Arbeit. Die Britin ist die Tochter einer Überlebenden des Flugzeugabsturzes und war schon zweimal an einer Gedenkfeier in Hochwald – zum 30. Jahrestag zusammen mit ihren Eltern und zum 50. Jahrestag mit Ehemann und Töchtern.

Gedenktafel mit Inschrift für Flugzeugabsturzopfer vom 10. April 1973.
Legende: Beim schwersten Flugzeugunglück der Schweiz in Hochwald starben 108 Personen. Heute erinnert eine Gedenktafel an das Unglück. SRF

Der Flugzeugabsturz sei im Leben ihrer Mutter immer präsent gewesen, schliesslich habe sie schwere Verletzungen davongetragen, erzählt Beverly Wood SRF.

Aber auch in der Gemeinschaft sei das Unglück nicht vergessen. Es tauche immer wieder auf: «Es ist eine so kleine, eng verbundene Gemeinschaft. Wir kannten viele Leute an Bord. Das hört einfach nie wirklich auf.»

Person mit Kopfhörern schaut ein Video auf einem Laptop in einem Konferenzraum.
Legende: Das Flugzeugunglück von Hochwald sei in der Gemeinschaft präsent, sagt Beverly Wood, die Tochter einer Überlebenden: «It just doesn't really ever go away.» SRF

In den 53 Jahren seit dem Flugzeugabsturz entwickelten sich Freundschaften zwischen Marlène Vögtli und den Familien. «Das sind Kontakte, die ich bis jetzt pflege», erzählt Vögtli, die auch schon auf Besuch in England war.

10. April 1973: So kam es zum Unglück

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Am Tag des Unglücks herrschten Nebel, Schneetreiben und starker Wind, als die im englischen Bristol gestartete Maschine zum Landeanflug auf den Flughafen Basel-Mülhausen ansetzte.

Die Besatzung der Maschine mit vier Propellerturbinen meldete sich um 9.49 Uhr bei der Anflugkontrolle. Doch das Flugzeug konnte nicht landen und startete durch. Danach verlor die Besatzung offenbar die Orientierung.

Eine Warnung des Verkehrsleiters am Flughafen, dass sich das Flugzeug nicht im Landeanflug befinde, blieb ohne Antwort.

Kurz darauf kam es 16 Kilometer südlich des Basler Flughafens zur Katastrophe: Die Maschine flog bei einem zweiten Durchstartversuch gegen einen bewaldeten Hang beim Weiler «Herrenmatt» in Hochwald, knapp unterhalb der Hangkante.

Unterdessen seien viele gestorben, aber sie sende manchen immer noch regelmässig Chatnachrichten oder E-Mails, vor allem mit Bildern der Gedenkstätte: «Das Denkmal ist wirklich sehr, sehr schön. Ich schicke immer Fotos, wenn ich hier durchgehe, und zeige, wie es aussieht. Sie sind immer begeistert.»

Regionaljournal Aargau Solothurn, 2.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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