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Für die Wissenschaft Rennender Roboter mischt den Luzerner Stadtlauf auf

Klein, aber oho! Am Luzerner Stadtlauf geht ein Roboter an den Start. Er sorgte schon einmal in der Altstadt für Furore.

Mehr als 14'000 Läuferinnen und Läufer haben sich für den Luzerner Stadtlauf angemeldet. Viele von ihnen nehmen schon zum x-ten Mal daran teil. Für einen Läufer ist der Start am 25. April aber eine Premiere: für den G1-Roboter der Hochschule Luzern HSLU. Getauft wurde er TEA.

Gruppenbild mit Roboter: links und rechts davon stehen zwei Menschen mit je einer Fernbedienung in der Hand.
Legende: Lorenz Barna (links) und David Acklin studieren beide Digital Engineer – und bringen den Roboter zum Rennen. SRF/Sämi Studer

«Wir möchten der Bevölkerung zeigen, welches Potenzial die Robotik heute bietet», sagt Lukas Müller. Er leitet den Studiengang «Digital Engineer – Robotik und Big Data» an der HSLU. Die Erwartungen an Roboter seien hoch. «Noch sind sie aber recht ‹gstabig› unterwegs.» Bei der Entwicklung gebe es noch Luft nach oben.

Roboter kostet rund 40'000 Franken

TEA ist ein Roboter des chinesischen Herstellers Unitree. Er wiegt rund 35 Kilogramm und ist 1.30 Meter gross. Kostenpunkt: rund 40'000 Franken. Er ist eine Maschine «ab Stange», sprich: So wie er aussieht, wurde er gekauft. An der Hochschule Luzern wird seine Software für verschiedene Anwendungen angepasst. Die Studierenden können so Erfahrungen in der Robotik sammeln. Zurzeit forschen sie unter anderem, wie er im Spitalalltag eingesetzt werden könnte.

Wir möchten der Bevölkerung zeigen, welches Potenzial die Robotik heute bietet.
Autor: Lukas Müller Studiengangleiter Digital Engineer

«Das unterscheidet unseren Roboter auch von den Modellen, die vor kurzem in Peking den Halbmarathon gelaufen sind», sagt Student David Acklin.

Die Roboter, die dort starteten, wurden explizit fürs Rennen gebaut. Die humanoiden Roboter distanzierten ihre menschliche Konkurrenz denn auch klar. Die schnellste Maschine unterbot den aktuellen Weltrekord des ugandischen Läufers Jacob Kiplimo gleich um mehrere Minuten.

Bei warmem Wetter droht die Überhitzung

TEA kann mit den in Peking erreichten Leistungen nicht mithalten. Am Luzerner Stadtlauf soll er gut drei Kilometer durch die Altstadt rennen. Geplant ist, dass er rund 30 Minuten für die Strecke benötigt. An Herausforderungen mangelt es nicht. «Die ersten Tests zeigen, dass er bei warmem Wetter nach einem Kilometer Überhitzungsprobleme hat», sagt Lukas Müller. «Allenfalls müssen wir TEA also kühlen – oder den Roboter in den Laufmodus versetzen.»

Betreut wird er während des Stadtlaufs von Studierenden der HSLU. Der Roboter rennt in der Kategorie City-Runners und startet im hinteren Bereich des Feldes. So soll er für die anderen Teilnehmenden möglichst kein Hindernis darstellen. Autonom findet sich TEA (noch) nicht zurecht: Die Studierenden müssen mitrennen und den Roboter steuern. Und notfalls sogar tragen, falls die Überhitzung anhält.

Die HSLU-Studierenden diskutieren mit Leuten, die in der Stadt unterwegs sind. Der Roboter steht daneben.
Legende: Für Gesprächsstoff ist gesorgt: Ist der Roboter in der Öffentlichkeit unterwegs, erregt er viel Aufmerksamkeit. SRF/Raphael Prinz

TEA ist mit Kameras und Lidar-Sensoren ausgerüstet. Diese scannen die Umgebung und verarbeiten Abstände und Geschwindigkeit. «Am Stadtlauf wird unser Roboter etwa mit 7 Stundenkilometer unterwegs sein», sagt HSLU-Student Lorenz Barna.

Bei Testläufen auf der Tartanbahn in Horw und in der Luzerner Altstadt auf unebenem Kopfsteinpflaster zeigt sich: TEA ist nicht für einen schnellen, sondern viel eher für einen sicheren Gang konzipiert. Selbst wenn der Roboter gestossen wird, balanciert er sich aus und fällt nicht hin.

Aufs Podest wird es TEA am Samstag also mit Sicherheit nicht schaffen – in Sachen Standhaftigkeit ist er indes allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern voraus.

Regionaljournal Zentralschweiz, 23.4.2026, 17:30 Uhr ; 

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