Die Nase läuft, der Kopf schmerzt und der Hals kratzt: «Ich habe zum vierten Mal innert drei Monaten Fieber», sagt die junge Frau, die soeben die Apotheke betreten hat. «Ich komme da einfach nicht raus. Es beginnt immer wieder von vorne.»
Carla Buser, Geschäftsführerin der Apotheke, fragt nach Symptomen und nach Medikamenten gegen die vorherige Krankheit. Auch ob die Kundin schwanger ist oder stillt, will sie wissen.
Es ist eine von vielen Krankheitsgeschichten, die Buser dieser Tage hört. «Wir haben zurzeit sehr viele Kunden mit starken Erkältungssymptomen», erzählt sie. Zwar seien die Symptome von Erkältungen und Grippe ähnlich, dennoch «haben wir den Eindruck, dass viele mit einer Grippe kommen.»
Vor allem in Basel-Stadt ist die Anzahl von Grippekranken dieser Tage denn auch besonders hoch – so hoch wie in keinem andern Kanton. Das belegen Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG).
Früher und stärker als in anderen Jahren
Dass Basel ein Grippe-Hotspot ist, habe mit der Dichte der Bevölkerung zu tun, sagt der Basler Kantonsarzt Simon Fuchs. «In einer Stadt kommen mehr Leute zusammen, die Dichte ist hoch», so Fuchs. «Das Virus hat mehr Gelegenheiten, um von einem Menschen auf den andern überspringen zu können.»
Warum gerade Basel Grippe-Hotspot ist und nicht eine andere Stadt, sei wohl einfach ein Zufall.
Die Grippe ist im im Vergleich zu den Vorjahren zudem «sehr stark» und hat besonders früh angefangen, sagt Fuchs. Schon die Festtage hätten viele Leute in Basel im Bett verbracht.
Oder sogar im Spital, sagt Caroline Johnson, Mediensprecherin des Universitätsspitals Basel (USB): «Ende Dezember hatten wir einen absoluten Rekord. Wir hatten mehr als 40 Hospitationen nur wegen der Influenza.» Mittlerweile seien die Zahlen rückläufig. Auch bei den Angestellten des Spitals beobachte man, dass die Anzahl Krankmeldungen wieder so seien, wie in normalem Grippewellen.
Die aktuelle Grippe sei besonders hartnäckig, bestätigt auch Johnson: «Unsere Fachleute sagen, die aktuelle Variante würde das Immunsystem des Körpers besser überwinden als viele andere Grippeviren.»
Zurück in die Apotheke, zurück zu Carla Buser und ihrer Kundin. Die kranke Frau sagt, sie sei nicht schwanger, wolle dies aber bald werden. «Okay, das berücksichtige ich», sagt Buser. Zuerst empfiehlt sie ihr ein Medikament zur Stärkung des Immunsystems. Dann sucht sie ein passendes Medikament, welches die Frau auch im Falle einer Schwangerschaft zu sich nehmen darf.