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Grippewelle Schweiz Husten, Niessen, Schnäuzen: Basel ist Grippe-Hochburg der Schweiz

In Basel haben viele Menschen die Grippe. Neben der Bevölkerungsdichte der Stadt sei dies auch dem Zufall geschuldet, sagt der Kantonsarzt.

Die Nase läuft, der Kopf schmerzt und der Hals kratzt: «Ich habe zum vierten Mal innert drei Monaten Fieber», sagt die junge Frau, die soeben die Apotheke betreten hat. «Ich komme da einfach nicht raus. Es beginnt immer wieder von vorne.»

Carla Buser, Geschäftsführerin der Apotheke, fragt nach Symptomen und nach Medikamenten gegen die vorherige Krankheit. Auch ob die Kundin schwanger ist oder stillt, will sie wissen.

Apothekerin hinter der Theke in einer Apotheke mit Regalen voller Medikamente.
Legende: Zu Carla Buser in die Coop-Vitality-Apotheke in Basel kommen derzeit so viele Leute mit Grippesymptomen wie selten. SRF/Sedrik Eichkorn

Es ist eine von vielen Krankheitsgeschichten, die Buser dieser Tage hört. «Wir haben zurzeit sehr viele Kunden mit starken Erkältungssymptomen», erzählt sie. Zwar seien die Symptome von Erkältungen und Grippe ähnlich, dennoch «haben wir den Eindruck, dass viele mit einer Grippe kommen.»

Vor allem in Basel-Stadt ist die Anzahl von Grippekranken dieser Tage denn auch besonders hoch – so hoch wie in keinem andern Kanton. Das belegen Zahlen des Bundesamts für Gesundheit (BAG).

Früher und stärker als in anderen Jahren

Dass Basel ein Grippe-Hotspot ist, habe mit der Dichte der Bevölkerung zu tun, sagt der Basler Kantonsarzt Simon Fuchs. «In einer Stadt kommen mehr Leute zusammen, die Dichte ist hoch», so Fuchs. «Das Virus hat mehr Gelegenheiten, um von einem Menschen auf den andern überspringen zu können.»

Warum gerade Basel Grippe-Hotspot ist und nicht eine andere Stadt, sei wohl einfach ein Zufall.

Kranke Person auf der Couch mit Getränk und Taschentüchern.
Legende: Die derzeit grassierenden Grippeviren überwinden das Immunsystem besser als Viren früherer Grippewellen. KEYSTONE/Martin Ruetschi

Die Grippe ist im im Vergleich zu den Vorjahren zudem «sehr stark» und hat besonders früh angefangen, sagt Fuchs. Schon die Festtage hätten viele Leute in Basel im Bett verbracht.

Oder sogar im Spital, sagt Caroline Johnson, Mediensprecherin des Universitätsspitals Basel (USB): «Ende Dezember hatten wir einen absoluten Rekord. Wir hatten mehr als 40 Hospitationen nur wegen der Influenza.» Mittlerweile seien die Zahlen rückläufig. Auch bei den Angestellten des Spitals beobachte man, dass die Anzahl Krankmeldungen wieder so seien, wie in normalem Grippewellen.

Grippe kann die Impfung auch umgehen

Box aufklappen Box zuklappen
Impfung mit Spritze in den Arm, Nahaufnahme.
Legende: Auch junge Leute liessen sich vermehrt gegen Grippe impfen, sagt eine Apothekerin. KEYSTONE/Anthony Anex

Die Grippeimpfung ist nicht immer gleich gut. Die World Health Organisation WHO entscheidet nämlich jeweils Anfang Jahr, welche Grippestämme in den Impfstoff für den kommenden Winter aufgenommen werden. Dass die Impfung für diese Grippesaison möglicherweise nicht die beste ist, wurde schon im November 2025 klar. SRF Wissenschaftsredaktorin Katrin Zöfel sagte damals: «Es zeichnet sich jedoch ab, dass im Juni ein neuer, deutlich mutierter Stamm aufgetaucht ist, der nun an Bedeutung gewinnt. Dadurch könnte die Passgenauigkeit der aktuellen Impfung geringer ausfallen.»

Wirksam sei die Grippeimpfung dennoch. Zudem: «Wer trotz Impfung die Grippe bekommt, erkrankt meist nicht so schwer, wie ohne Impfung», sagt Spitalsprecherin Caroline Johnson vom USB.

Die Impfung werde immer beliebter, so jedenfalls Carla Busers Eindruck aus dem Alltag in der Apotheke. Während sich früher vor allem ältere Menschen gegen die Grippe haben impfen lassen, würden vermehrt auch junge Menschen nach einer Grippeimpfung fragen.

Die aktuelle Grippe sei besonders hartnäckig, bestätigt auch Johnson: «Unsere Fachleute sagen, die aktuelle Variante würde das Immunsystem des Körpers besser überwinden als viele andere Grippeviren.»

Zurück in die Apotheke, zurück zu Carla Buser und ihrer Kundin. Die kranke Frau sagt, sie sei nicht schwanger, wolle dies aber bald werden. «Okay, das berücksichtige ich», sagt Buser. Zuerst empfiehlt sie ihr ein Medikament zur Stärkung des Immunsystems. Dann sucht sie ein passendes Medikament, welches die Frau auch im Falle einer Schwangerschaft zu sich nehmen darf.

Regionaljournal Basel, 19.1.2026, 12:03 Uhr ; 

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