- An Bord des Kreuzfahrtschiffs Hondius befindet sich ein Schweizer Crewmitglied.
- Er sei wohlauf und habe keine Symptome des Hantavirus, sagt BAG-Direktorin Anne Lévy in der SRF-Samstagsrundschau.
- Die Hondius soll am Sonntagmorgen in Teneriffa anlanden, Passagiere und Crewmitglieder werden isoliert.
Zurzeit ist das Kreuzfahrtschiff Hondius vor der Küste Afrikas unterwegs Richtung Kanarische Inseln. An Bord befinden sich noch 88 Passagiere und 61 Crewmitglieder – eines davon sei ein Schweizer Bürger, sagt Anne Lévy, die Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG). «Er hat zum Glück keine Symptome, es geht ihm gut», so Lévy. Der Mann gelte als Kontaktperson, weil er an Bord Kontakt hatte zu Infizierten. Am Freitag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt, dass zurzeit niemand an Bord Symptome zeige.
Die spanischen Behörden wollen die Passagiere und die Crew im Verlauf des Sonntags in Teneriffa an Land bringen und dort zur Sicherheit isolieren.
Dem Infizierten in Zürich geht es gut
Ein Schweizer Ehepaar hatte das Kreuzfahrtschiff bereits Ende April verlassen und war in die Schweiz zurückgekehrt. Der Ehemann entwickelte danach Symptome. Er befindet sich noch immer im Zürcher Universitätsspital. Das BAG sei mit ihm in Kontakt, sein Zustand sei gut, sagt Anne Lévy.
Es geht ein paar Tage, bis man weiss, ob jemand krank ist oder nicht – aufgrund der Tatsache, dass sich bislang niemand mehr gemeldet hat, sind wir zuversichtlich.
Der Mann habe sehr selbstverantwortlich gehandelt und sich bei den ersten Symptomen telefonisch an eine Arztpraxis gewandt. Seine Frau habe weiterhin keine Symptome. Sie bleibt aber als Vorsichtsmassnahme isoliert. Das Gleiche gilt für eine weitere Person in Genf: Diese war auf demselben Flug gewesen wie eine schwer erkrankte Person.
Keine neuen Infektionen erwartet
BAG-Direktorin Lévy erwartet keine weiteren Infektionen mehr in der Schweiz: «Es geht ein paar Tage, bis man weiss, ob jemand krank ist oder nicht – aufgrund der Tatsache, dass sich bislang niemand mehr gemeldet hat, sind wir zuversichtlich.» Laut heutigem Wissensstand ist die Anden-Variante des Hantavirus nur bei engem Kontakt ansteckend. Auch muss die infizierte Person Symptome haben, um ansteckend zu sein.
Am Freitagabend hatte die WHO von insgesamt sechs bestätigten Hantavirus-Fällen und zwei Verdachtsfällen gesprochen. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei den Toten handelt es sich um ein älteres Ehepaar aus den Niederlanden sowie eine Frau aus Deutschland.