Eine Hitzewelle überrollt die Schweiz. Der Bund warnt mit zweithöchster Gefahrenstufe für die Nordwestschweiz. Wo ist es derzeit rekordverdächtig heiss? Der Hitzerekord-Tracker von SRF zeigt für 28 Messstationen die bisher höchste Temperatur von heute – und ob sie den Allzeitrekord für den Juni bereits geknackt hat. Die Daten werden jede Stunde aktualisiert.
Am ehesten könnte der Schweizer Allzeitrekord für den Juni im Raum Basel fallen. Dort wurden im Juni des Jahres 1947 schweisstreibende 36.9 Grad gemessen. Am Sonntag und Montag könnte es vielerorts so heiss werden wie im Juni noch nie seit Messbeginn. Das sagt Roman Brogli von SRF Meteo. «Wir erwarten Temperaturen, die statistisch nur alle zwanzig bis hundert Jahre auftreten», sagt Brogli, «wobei solche Hitzetage durch den Klimawandel mittlerweile wahrscheinlicher geworden sind».
Wo die lokalen Rekorde purzeln könnten
Die absoluten Temperaturen unterscheiden sich je nach Höhe und Lage eines Messortes. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Allzeitrekorde für den Juni je nach Örtlichkeit. Wo könnte demnächst ein Rekord geknackt werden – und wo war das in diesen Tagen bereits der Fall? Das zeigt der Vergleich der aktuellen Höchsttemperatur vor Ort mit dem jeweiligen Allzeitrekord für den Juni.
Klimawandel macht Hitzewellen häufiger
Gemäss Roman Brogli von SRF Meteo sind solche Hitzewellen im ersten Halbjahr «sehr ungewöhnlich». Der Klimawandel mache das Phänomen aber häufiger. Wie der Klimamonitor von SRF zeigt, ist die Zahl der Hitzetage vielerorts bereits um ein Mehrfaches höher als in den Referenzperioden ab 1960. Und auch die Entwicklung der Juni-Durchschnittstemperatur im Vergleich zum Mittel der Referenzperiode 1961–1990 zeigt: Die Junis in der Schweiz werden überall wärmer.
Hitze ist gefährlich für die Gesundheit
Längere Hitzeperioden können den menschlichen Körper stark belasten und beispielsweise zu Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen führen. Hitze kann die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit mindern und in Einzelfällen bis zum Tod führen.
MeteoSchweiz empfiehlt bei Hitzewellen folgende Verhaltensmassnahmen:
- mind. 1.5 Liter pro Tag trinken
- Körper kühl halten, indem man Schatten und kühle Räume aufsucht
- geeignete Kleidung und Kopfbedeckung tragen
- körperliche Anstrengungen meiden
- Kontakt zu gefährdeten Personen in der Umgebung halten
Als besonders gefährdet gelten gemäss Bundesamt für Gesundheit Menschen in höherem Alter, Säuglinge und Kleinkinder, Schwangere, akut oder chronisch Erkrankte, alleinlebende Personen, die auf Hilfe oder Pflege angewiesen sind, sowie Menschen mit geringen sozioökonomischen Ressourcen.
Nicht nur die Höchsttemperaturen während des Tages können auf die Gesundheit schlagen. Die Hitzebelastung entsteht auch wegen der sogenannten Tropennächte: Weil sich die Luft in den Nächten kaum mehr unter 20 Grad abkühlt, kann die Hitze nicht mehr weichen. In Städten können sich Hitzeinseln bilden – besonders in versiegelten, dicht bebauten Stadtgebieten. Auch von Hitzeinseln sind gemäss einer SRF-Analyse Ärmere überdurchschnittlich betroffen.