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Hitze und Trockenheit Mit Beschneiungsanlagen gegen Waldbrände gewappnet

Die Waldbrandgefahr ist schweizweit fast überall gross. Im Ernstfall könnten Beschneiungsanlagen eingesetzt werden. Das Beispiel Adelboden Lenk im Berner Oberland zeigt, wie das geht.

Trockene Böden, tiefe Gewässerpegel, wenig Regen: Die Hitze der letzten Wochen liess die Waldbrandgefahr in der Schweiz in die Höhe schnellen. Das Bundesamt für Umwelt stuft sie vielerorts als gross oder sehr gross ein.

Wenn ein Waldbrand ausbricht, braucht es Unmengen an Wasser, um das Feuer zu löschen. Dabei könnten die Anlagen in den Bergen, die im Winter Kunstschnee produzieren, im Ernstfall auch im Sommer eine wichtige Rolle spielen.

Mit Schneekanonen gegen Wald- und Buschbrände

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Im Ausland gibt es schon verschiedene Beispiele, in denen Beschneiungsanlagen im Kampf gegen Waldbrände zum Einsatz kommen.

Beim Bridge Fire im September 2024 in Kalifornien setzte das Skigebiet Mountain High seine Schneekanonen als riesige Sprinkler ein. Dadurch konnten wichtige Gebäude und Liftanlagen vor grösseren Schäden bewahrt werden.

Das Resort Mount Buller in Australien nutzt über 300 Schneekanonen als Teil seines Buschbrand-Konzepts. Die Anlagen können ferngesteuert aktiviert werden und etwa eine Million Liter Wasser pro Stunde über das Gelände verteilen. Zusätzlich wurden feste Sprinkler auf Gebäuden und Liftstationen installiert.

Einige Hersteller von Schneekanonen entwickeln unterdessen explizit Waldbrand-Löschsysteme auf der Basis von Beschneiungsanlagen – etwa die US-Firma SMI Snow Makers. Ihr System FireCat nutzt vorhandene Pumpen, Leitungen und Hydranten, arbeitet mit Hochdruckwasser aus dem Beschneiungsnetz und kann stationär oder mobil eingesetzt werden.

Gedanken in diese Richtung werden in Schweizer Skiregionen gemacht. Das zeigt etwa das Beispiel Adelboden Lenk im Berner Oberland. Hier gibt es einen Speichersee, von dem Wasserleitungen ins ganze Skigebiet führen. Über diese Leitungen werden im Winter die Schneekanonen mit Wasser gespeist.

Bergsee mit kristallklarem Wasser, umgeben von Bergen und grünem Gras.
Legende: Der Speichersee Leiterli bei Lenk im Simmental ist aktuell noch gut gefüllt. ZVG/Bergbahnen Adelboden Lenk

«Im Sommer hätten wir auch die Möglichkeit, das Wasser durch diese Leitungen herunterzulassen», sagt Stefan Buchs, der Betriebsleiter der Bergbahnen Adelboden Lenk. Dort, wo es gebraucht würde, könnte die Feuerwehr das Wasser anzapfen. Und Löschhelikopter könnten auch direkt Wasser aus dem See holen.

Bisher wurde die Möglichkeit noch nicht gebraucht

Wenn irgendwo in der Region ein Brand ausbrechen würde, könnte die Feuerwehr mit den Bergbahnen Kontakt aufnehmen. «Hier oben kennt jeder jeden, da sind die Wege kurz», so Buchs. Man könne das Wasser bei Bedarf innert kurzer Zeit kilometerweit ins ganze Gebiet liefern.

Person im orangefarbenen Oberteil bedient eine Schneekanone auf einer Bergwiese.
Legende: Schneekanonen könnten im Sommer auch als Sprinkler dienen, um bei Trockenheit Feuer zu löschen oder vorzubeugen. (Symbolbild) Keystone/Francesca Agosta

Bisher wurde von dieser Möglichkeit noch kein Gebrauch gemacht. Aber es sei gut, für den Ernstfall einen solchen Plan in der Hinterhand zu haben, sagt der Berner Feuerwehr-Inspektor Christian Bieri: «Es ist wichtig, zu wissen, wie man im Ernstfall reagieren kann.» Der Kanton habe die Beschneiungsanlagen deshalb in seinen Einsatzplanungen vorgesehen.

Wenn wir mit unserem Wasser etwas verhindern können, sind wir niemandem böse.
Autor: Stefan Buchs Betriebsleiter Bergbahnen Adelboden Lenk

Um im Brandfall schnell genug reagieren zu können, sorgt der Kanton auch dafür, dass das Wasser auf verschiedene Speicher verteilt ist. «Wir pumpen das Wasser zwischen verschiedenen Speicherseen hin und her», sagt Bieri. So könne man sicherstellen, dass jede Region genügend Wasser hat.

Doch was ist, wenn tatsächlich einmal ein Waldbrand gelöscht werden muss? Hiesse das, dass die Skigebiete im Winter kein Wasser mehr haben, um zu beschneien? Der Betriebsleiter der Bergbahnen Adelboden Lenk, Stefan Buchs, sieht da kein Problem: «Da bräuchte es schon einen riesigen Brand, damit alles Wasser aufgebraucht würde.»

Berglandschaft mit kleinem See und Wiesen im Vordergrund.
Legende: Der Speichersee Leiterli fasst bis zu 60 Millionen Liter Wasser. Auch nach einem Waldbrand dürfte das Wasser noch für die Beschneiung im Winter reichen. ZVG/Bergbahnen Adelboden Lenk

Ausserdem hätten die Bergbahnen selbst auch ein Interesse daran, dass ein Feuer in ihrem Gebiet möglichst schnell gelöscht würde. «Wenn wir mit unserem Wasser etwas verhindern können, sind wir vielleicht im Winter etwas knapper dran – aber trotzdem wären wir da niemandem böse», so Buchs. Er wage aber zu behaupten, dass die Speicherseen im Herbst nicht leer sein würden – selbst wenn es einen Brand gäbe.

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Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 15.07.26, 17:30 Uhr ; 

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