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Kreuzbandriss und Knochenbruch Der Fussball boomt – das Verletzungsrisiko sinkt

Die Zahl der Verletzungen bleibt konstant, während die Zahl der lizenzierten Spielerinnen und Spieler stetig zunimmt.

Rund 40’000 Verletzte: Fussball ist ein verletzungsträchtiger Sport. Das zeigt ein Blick auf die Zahlen des Unfallversicherers Suva. Im Schnitt registrierten die Schweizer Versicherungen zwischen 2020 und 2024 rund 40’000 Unfälle pro Jahr, die auf einem Fussballplatz passiert sind. In diese jüngste Statistik fliessen allerdings auch die Corona-Jahre ein, in denen es im langjährigen Schnitt zu markant weniger Verletzungen kam.

Fussballspielerin mit Kopfverband, von Betreuern versorgt.
Legende: Die ehemalige Schweizer Nationaltorhüterin Gaëlle Thalmann wird nach einem Zusammenstoss verarztet. Keystone / SALVATORE DI NOLFI

Auswirkungen auf die Wirtschaft: Verletzungen führen zu Ausfällen in der Arbeitswelt. Die knapp 40’000 Fussballunfälle verursachten insgesamt rund 680’000 betriebliche Ausfalltage. Dafür zahlten die Versicherer jährlich fast 200 Millionen Franken. Im Schnitt führte ein Fussballunfall zu 15 Ausfalltagen im Betrieb.

Warum das trotzdem positiv ist: Während die Zahl der Fussballunfälle seit Jahren konstant ist, hat die Zahl der lizenzierten Spielerinnen und Spieler deutlich zugenommen. Waren im Jahr 2016 noch rund 280’000 Fussballerinnen und Fussballer registriert, sind es heute knapp 350’000. Die Zahl der lizenzierten Mädchen und Frauen hat sich in dieser Zeit übrigens nahezu verdoppelt. Das bedeutet: Proportional verletzen sich heute deutlich weniger Menschen beim Fussball als noch vor zehn Jahren.

Fussballspieler auf einer Trage vom Spielfeld gebracht.
Legende: Am häufigsten verletzen sich Fussballer am Sprunggelenk. Auch Knieverletzungen kommen regelmässig vor. DPA / MICHAEL KAPPELER

Trainerausbildung und Prävention: Für diese Entwicklung gebe es mehrere Gründe, sagt Daniel Schaub, Präsident des Fussballverbands Nordwestschweiz. «Einerseits investieren wir viel in die Ausbildung der Trainerinnen und Trainer.» Aufwärmen, Belastungssteuerung und Regeneration seien Begriffe, die in Fussballtrainings selbstverständlich sein sollten. Andererseits versuche man mit Kommunikationskampagnen, die Fussballerinnen und Fussballer zu einer fairen Spielweise zu motivieren.

Der Vergleich mit anderen Sportarten: Entgegen verbreiteter Vorurteile zeigen die Zahlen, dass Fussball nicht wesentlich «gefährlicher» ist als andere Sportarten. Auch bei anderen Sportarten verletzen sich in der Schweiz jährlich Zehntausende Menschen. Besonders ins Gewicht fällt das Skifahren, wo sich viele langwierige Verletzungen ereignen, die zu langen Arbeitsausfällen führen. Zudem gibt es jährlich fast 350’000 Unfälle in der Freizeit.

Ausfälle dauern länger: Es fällt auf, dass ein verletzter Fussballer heute länger bei der Arbeit ausfällt als noch vor zehn Jahren, im Schnitt rund drei Tage länger. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Möglicherweise ist es das steigende Alter der Verletzten, das längere Regenerationsphasen erfordert – im Schnitt ist ein Verletzter heute fast dreissig Jahre alt. Auch der steigende Frauenanteil könnte ein Faktor sein. Frauen verletzen sich im Schnitt schwerer als Männer, vor allem Kreuzbandrisse kommen häufiger vor.

SRF 4 News, 19.5.2026, 10 Uhr

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