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Labor in Dübendorf In dieser Röhre wird an ausserirdischem Ackerbau geforscht

Die Hochschule Luzern hat ein Forschungsprojekt angestossen, das den Ackerbau im Weltraum möglich machen will.

Worum geht es? In Dübendorf testen die Hochschule Luzern und die Universität Zürich den Ackerbau fürs Weltall. In einer neuen Anlage simulieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Extrembedingungen auf dem Mond, dem Mars oder in Raumschiffen. Sie versuchen darin Pflanzen und Mikroorganismen zu züchten, die Menschen im Weltall ernähren könnten. Es ist die erste europäische Forschungsanlage dieser Art.

Druckkammer
Legende: In dieser Druckkammer forschen die Hochschule Luzern und die Universität Zürich am ausserirdischen Ackerbau. Eurotube Foundation

Was ist der Zweck? Die Forschung zum sogenannten Space Farming soll künftige Kolonien auf fremden Planeten ermöglichen. Wenn es auf dem Mond oder dem Mars permanente Siedlungen haben soll, müsse man Lebensmittel vor Ort produzieren können, sagt Marcel Egli, Institutsleiter an der Hochschule Luzern. «Es ist das Ziel diverser Raumfahrtprogramme, eine feste Station etwa auf dem Mond aufzubauen, und dafür braucht es so was wie Gewächshäuser.» Lebensmittel per Rakete zu transportieren, sei teuer.

Pflanzen auf Mondgestein
Legende: In einem anderen Forschungsprojekt ist es Forschenden der Universität Zürich bereits gelungen, Pflanzen auf künstlichem Mondgestein zu züchten. Universität Zürich

Wie sieht die Anlage aus? Herzstück des Labors ist eine grosse Druckkammer. In dieser lassen sich die Bedingungen auf anderen Planeten und in Raumschiffen simulieren. So lässt sich der Druck einstellen – bis hin zum Beinahe-Vakuum der Mond- oder Marsatmosphäre. «Auch die Gaszusammensetzung können wir variieren und den CO₂-Gehalt hochschrauben», sagt Marcel Egli. Natürlich müsse auch die Erde, in der die Pflanzen wachsen, so gemischt sein, dass sie etwa jener des Mars oder des Mondes ähnelt.

Random Positioning Machine
Legende: Mit diesem Gerät, einer sogenannten Random Positioning Machine, kann in der Dübendorfer Anlage auch Schwerelosigkeit simuliert werden. Universität Zürich

Wo genau ist die Anlage? Das Labor liegt beim Flughafen Dübendorf bei der sogenannten «EuroTube Foundation». An diesem Institut wird seit einigen Jahren an der Vakuumtransport-Technologie geforscht. Die Druckkammer «Demo Tube», die dafür entwickelt wurde, kann nun auch für die Forschung zum Weltall-Ackerbau verwendet werden.

Kammer
Legende: Diese Druckkammer, wo auch am Vakuumtransport getüftelt wird, ist das Herzstück des Forschungsprojekts. Eurotube Foundation

Wie realistisch ist die Anwendung? Marcel Egli ist überzeugt, dass viele von uns menschliche Kolonien auf anderen Planeten noch erleben werden. «Das ist nicht mehr so futuristisch. Die Station auf dem Mond wird im nächsten Jahrzehnt kommen.» Auch den Mars werde die Menschheit früher oder später besiedeln.

Blick auf den Mond
Legende: Es ist das erklärte Ziel, des US-Weltraumprogramms Artemis, den Mond zu besiedeln. Hier ein Bild der Artemis 2 Mission, bei welcher Astronautinnen und Astronauten vor kurzem den Mond umkreisten. Keystone/NASA/HANDOUT

Was nützt das der Erde? Die Forschungsgruppe erhofft sich auch Erkenntnisse, die auf der Erde angewendet werden können. «Wir untersuchen, wie Pflanzen Nährstoffe effektiver aufnehmen können, sodass sie auch auf kargem Mond- und Marsboden gedeihen.» Dies lasse sich auf irdische Ackerbauflächen übertragen, die durch den Klimawandel ausgetrocknet und nährstoffarm werden.

Mehr zur Anlage

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Die Anlage trägt den Namen SHARF, was eine Abkürzung für «Space Habitat Analog Research Facility» ist. Sie ist durch eine Zusammenarbeit der Hochschule Luzern, der Universität Zürich, der EuroTube Foundation und der Europäischen Weltraumorganisation ESA entstanden.

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Regionaljournal Zentralschweiz, 29.04.2026, 6:31 Uhr ; 

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