Die Untersuchung: Frisches Gemüse aus asiatischen Lebensmittelläden ist für die Lebensmittelkontrollen eine «sensible Warengruppe», immer wieder werden Beanstandungen festgestellt. Darum werde das Gemüse regelmässig auf Rückstände von Pestiziden untersucht, schreibt die Lebensmittelkontrolle Solothurn in ihrem Jahresbericht 2025. 38 Proben aus zehn Verkaufsstellen seien 2025 im Labor analysiert worden.
Das Resultat: Ein Drittel der Stichproben beim Gemüse aus Asia-Läden fiel letztes Jahr durch. Dies zeigen die Zahlen im Jahresbericht der Lebensmittelkontrolle Solothurn. Die Gemüse enthielten mehr Pestizide als gesetzlich in der Schweiz erlaubt. Unter dem Begriff «Pestizid» werden Chemikalien zur Bekämpfung von Schädlingen, Viren und Pilzen zusammengefasst. Die Stichproben zeigten ein «ernüchterndes Bild», heisst es im Bericht.
Die Details: Getestet und beanstandet wurden verschiedene Gemüse. Der Bericht listet mehrfache Verstösse bei Basilikum und Stinkdistel auf. Dazu auch solche bei Bohnen, grünen Chilis, Kardamom, Nachtschatten, Okra und Wasserspinat. In den Proben wurden mehrere Pestizide gleichzeitig gefunden. Laut Lebensmittelkontrolle Solothurn, sind «solche Mehrfachbelastungen besonders problematisch». Sie würden unter anderem die Qualitätssicherung erschweren.
Die Strafanzeige: In einem Fall kam es zu einer Strafanzeige, wie es im Jahresbericht 2025 der Lebensmittelkontrolle Solothurn steht. Die betreffenden Bohnen enthielten Nikotin und das Insektizid Triazophos. Da für Konsumentinnen und Konsumenten eine «akute Gesundheitsgefährdung» nicht ausgeschlossen werden konnte, habe man «unverzüglich die erforderlichen Massnahmen eingeleitet und gegen den verantwortlichen Importeur Strafanzeige erstattet». Nikotin kommt in der Tabakpflanze vor und wird als Insektengift verwendet, unter anderem gegen Blattläuse.
Die Unterschiede: Dass Gemüse aus asiatischen Lebensmittelläden bei den Kontrollen hängen bleibt, hat einen Grund: Nicht überall auf der Welt sind dieselben Pestizide zugelassen. «Das Problem ist, dass in anderen Ländern auch andere Pestizide verwendet werden. Auch verwendet werden dürfen», sagt Urs Ackermann, Solothurner Kantonschemiker. Die Verwendung vieler dieser Pestizide sei in Asien legal, in der EU und in der Schweiz jedoch verboten.
Die Schwierigkeit: Probleme würden vor allem entstehen, wenn ein Laden Gemüse direkt importiert. Dies sei ziemlich kompliziert und erfordere ein gewisses Know-how, bemerkt Kantonschemiker Ackermann. Er stelle zwar keine Zunahme der Fälle fest, allerdings nehme das Know-how in der Branche ab: «Wir beobachten seit längerer Zeit einen Fachkräftemangel in der ganzen Lebensmittelbranche.» Und dies sei für das Thema nicht förderlich.
Die Tipps: Konsumentinnen und Konsumenten empfiehlt Urs Ackermann, in Läden nachzufragen, wo die Ware herkomme. Und Lebensmittelläden seien gut bedient, Gemüse über einen erfahrenen Importeur in der Schweiz zu beziehen.