Die Wagenbau-Gruppen gehören zum Eindrücklichsten, was die Luzerner Fasnacht zu bieten hat. Freundinnen und Enthusiasten, die zusammen nicht nur ein Kostüm schneidern und basteln, sondern auch noch mit einem Wagen – von Hand gezogen oder motorisiert – durch die Strassen ziehen. Wobei «Wagen» der Sache nicht gerecht wird: Es sind Kunstwerke.
Bekannt für ihre detailgetreuen Wagen und Masken ist die Wagenbaugruppe Conversio aus Luzern. Seit 20 Jahren gehen die jungen Leute zusammen an die Fasnacht. An der Fasnacht 2026 sind sie als Chamäleon-Marionetten unterwegs.
Die zehnköpfige Gruppe baut sehr aufwendige, eindrückliche Wagen. Im Jahr, als die Sujetwahl auf Harry Potter fiel, wurden sie anschliessend mit ihrem nachgebauten Schloss und den Figuren aus dem Potter-Universum an die Fantasy-Convention in Basel eingeladen.
Aber zurück zur aktuellen Fasnacht: Vor dem Vergnügen – also dem Feiern – kommt bekanntlich die Arbeit. Wobei die Grenzen hier fliessend sind. Die Arbeit an den Kostümen und am Wagen ist für alle eine grosse Freude und Befriedigung.
Das zeigt sich bei einem Besuch im Vorfeld der Fasnacht in ihren Werkstätten. Hier haben die Mitglieder von Conversio zahlreiche Stunden entworfen, genäht, gebastelt und gemalt.
Monatelang wird vorsichtig an Details gefeilt. Das grosse Chamäleon etwa erhielt seine schillernde Haut dank tausenden Farbtupfern. Jeder einzelne von Hand aufgebracht. Seine ganze Pracht entfaltet das Chamäleon in der Nacht: Die Farbe ist fluoreszierend, leuchtet also unter UV-Licht.
Die Sujets von Conversio sind fantasievoll – aber auch realitätsnah. Als Inspiration zur Farbgebung hängen an den Wänden im Atelier verschiedene Bilder von Chamäleons.
Zu Conversio gehört auch Jan Widmer (im nächsten Bild rechts). Mit seiner eigenen Maskenmanufaktur hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. So beschäftigt er sich fast das ganze Jahr mit der Fasnacht. Nebst seiner Arbeit für Conversio fertigt er Masken für Guggenmusiken.
Einzelne Teile oder ganze Masken fertigt Jan Widmer heute mit dem 3D-Drucker an: «Hier liegt die Hauptaufgabe beim Designen der Maske», sagt der Profi. In seinem Atelier sind die Wände voll mit Arbeiten der letzten Jahre: Tiere, Fantasiewesen oder Figuren aus Filmen.
Für Jan Widmer und sein Team geht die Arbeit schon kurz nach der Fasnacht wieder los – für die Fasnacht im nächsten Jahr.