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Mastercard Schweiz «Alle acht Minuten ein Cyber-Betrugsfall in der Schweiz»

Daniela Massaro ist Chefin von Mastercard Schweiz. Sie setzt beim US-Unternehmen auf gemischte Teams. Der steigenden Cyberkriminalität begegnet das Unternehmen mit Milliardeninvestitionen.

Daniela Massaro

Chefin Mastercard Schweiz

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Seit 2018 ist sie die Country Managerin von Mastercard Schweiz und Lichtenstein. Sie hat an der Universität St. Gallen studiert und promoviert und arbeitete zuvor auch bei Swisscard AECS, der UBS in Zürich und London und bei der GE Money Bank.

SRF News: Viele haben eine Mastercard, aber was macht Ihr Unternehmen genau?

Daniela Massaro: Wir sind ein globales Technologieunternehmen und ermöglichen digitalen Zahlungsverkehr. Man kann es sich so vorstellen: Wir sind nicht die Bank, sondern die Schienen, auf denen eine Transaktion sicher und komfortabel von A nach B gebracht wird. Das Geld selbst verwalten die Banken.

Was ist am Schweizer Markt anders als in anderen Ländern?

Das Zahlungsverhalten ist je nach Land unterschiedlich. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass Schweizer ihre Kreditkartenrechnung in der Regel nach 30 Tagen vollständig begleichen. Die Karte wird kaum als Abzahlungskredit genutzt – man kauft weniger «auf Pump» als in anderen Ländern.

Tastatur, Kreditkarte und Maus auf Tisch.
Legende: Die Karte wird in der Schweiz weniger als Abzahlungskredit genutzt als in anderen Ländern. KEYSTONE/Gaetan Bally

Ein grosses Thema ist die Cyberkriminalität. Wie gross ist das Problem?

Es ist ein Thema, das immer wichtiger wird. 2025 wurden in der Schweiz rund 65’000 Fälle gemeldet, laut Statistik des Bundesamtes für Cybersicherheit. Das ist alle acht Minuten ein Cyber-Betrugsfall, und die Dunkelziffer ist gross. Das Volumen hat sich in den letzten fünf Jahren fast verdoppelt.

Was tut Mastercard dagegen?

Wir nehmen das sehr ernst. Einerseits investieren wir massiv in die Prävention, in den letzten fünf Jahren über 10 Milliarden US-Dollar weltweit, und nutzen künstliche Intelligenz, um Betrug zu erkennen, bevor er passiert. Andererseits gilt für Konsumenten: Wenn sie ihre Sorgfaltspflicht nicht verletzt haben, können sie bei einem Betrug bei ihrer Bank eine Rückforderung des Geldes anstossen.

Weil wir global tätig sind, erkennen wir Muster, die lokal nicht sichtbar wären.

Sie arbeiten sogar mit Behörden verschiedener Staaten zusammen. Was verraten Ihre Daten?

Wir sehen keine persönlichen Kundendaten, also nicht, was sie kaufen. Aber wir sehen Transaktionsdaten. Wenn eine Transaktion in der Schweiz und Sekunden später eine in Hongkong mit derselben Karte stattfindet, ist das physisch unmöglich. Solche Muster erkennen wir und melden sie weiter. Weil wir global tätig sind, erkennen wir Muster, die lokal nicht sichtbar wären.

In der Finanzbranche gibt es wenige Frauen in Führungspositionen. Merken Sie das?

Ja, es gibt immer noch wenige Frauen. Mich persönlich hat das aber nie abgehalten. Bei Mastercard selbst fördern wir Vielfalt sehr stark und auf allen Ebenen. Wir messen auch regelmässig, ob für gleiche Leistung der gleiche Lohn bezahlt wird.

Warum ist Ihnen Vielfalt so wichtig?

Es gibt verschiedene Studien, die belegen, dass gemischte Teams innovativer und erfolgreicher sind. Innovation ist unser Schlüssel zum Erfolg. Vielfalt ist aber mehr als nur das Geschlecht, es geht auch um Alter oder kulturelle Hintergründe. In unserem Schweizer Team werden zwölf verschiedene Sprachen gesprochen. Das hilft, andere Ideen und Märkte besser zu verstehen.

Ich kann sagen, dass wir in der Schweiz die Frauenförderung sehr stark vorantreiben und die Vielfalt unserer Teams weiter pflegen.

Unter der Administration Trump sind viele Firmen von ihren Diversity-Vorsätzen abgewichen. Wie gehen Sie damit um?

Ich kann sagen, dass wir in der Schweiz die Frauenförderung sehr stark vorantreiben und die Vielfalt unserer Teams weiter pflegen. Wir glauben daran, dass uns das zum Erfolg führt. Unsere Ziele bezüglich Diversität und Inklusion bestehen weiterhin.

Das Gespräch führte Karoline Arn.

Diskutieren Sie mit:

Tagesgespräch, SRF 4 News, 18.03.26, 13 Uhr ; 

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