- Eine neue Studie der Zürcher Kantonalbank zeigt: Obwohl fast die Hälfte der Mietenden zuletzt Anspruch auf eine Senkung gehabt hätte, wurde nur ein kleiner Teil aktiv.
- Der Grund: Viele seien unsicher und fürchten angesichts steigender Kosten gar eine Mietzinserhöhung. Andere scheuten den Aufwand oder wüssten schlicht nicht, ob sie Anspruch haben.
Im vergangenen Jahr wurde der hypothekarische Referenzzinssatz zweimal gesenkt, zuerst auf 1.5 Prozent, später auf 1.25 Prozent, dem aktuellen Tiefststand. Sinkt dabei der Referenzzinssatz, können auch die Mieten fallen.
Entweder müssen Mietende ihren Anspruch selbst geltend machen oder Vermietende reagieren von sich aus. Gesetzlich dazu verpflichtet sind sie aber nicht.
Wer untätig bleibt, zahlt in der Regel weiterhin den bisherigen Mietzins. Genau das zeigt eine Studie der Zürcher Kantonalbank (ZKB) nun deutlich: Viele Mietende verzichten auf eine mögliche Entlastung.
Den Daten zufolge hätte fast die Hälfte der Schweizer Mietenden von der letzten Senkung des Referenzzinssatzes profitieren können, effektiv taten es aber lediglich zwölf Prozent.
Im Kanton Zürich dürften laut ZKB sogar 70 Prozent berechtigt sein. Von ihrem Recht Gebrauch gemacht hätten jedoch erst 16 Prozent.
Das könne laut der ZKB darauf zurückzuführen sein, dass sich Mietende unsicher seien und aufgrund der Teuerung und allgemeinen Kostensteigerung gar eine Mietzinserhöhung befürchten würden. Andere scheuten den Aufwand oder wüssten schlicht nicht, ob sie dazu berechtigt seien.
Zudem wird deutlich: Wer bereits eine Senkung eingefordert hat, bleibt oft dran. Rund die Hälfte dieser Gruppe machte auch die zweite Reduktion geltend und nutzte so die Gelegenheit für einen grösseren Schritt. Laut ZKB könnte dieses Verhalten in den kommenden Monaten Anklang finden.
Leicht entspannt hat sich der Markt dennoch, wie Expertinnen und Experten im aktuellen Immobilienbarometer berichten. Die Mieten für bestehende Wohnungen sind im Vergleich zum Vorquartal um 0.2 Prozent gesunken.