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Organisierte Kriminalität Flüchtiges Mafiamitglied in Wetzikon ZH verhaftet

  • Die Kantonspolizei Zürich hat in Wetzikon einen flüchtigen Mafioso geschnappt.
  • Der Mann gehört mutmasslich der Mafia-Organisation 'Ndrangheta an und wurde seit 2022 gesucht.
  • Der Gefangene wartet nun auf seine Auslieferung an Italien.

Seit vier Jahren versuchten die italienischen Behörden den flüchtigen Mafioso zu schnappen. Gegen den Mann war in Süditalien ein Haftbefehl erlassen worden, wegen seiner Rolle in einer kriminellen Mafia-Vereinigung. Monate später geriet er zudem in den Fokus wegen des Verdachts auf internationalen Drogenhandel, schreibt die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos.

Die Suche führte die italienischen Behörden bis in die Schweiz. Durch technische Ermittlungen, Überwachungsmassnahmen und grenzüberschreitende Observationen konnte der Mann lokalisiert werden. Schliesslich verhaftete die Zürcher Kantonspolizei das mutmassliche Mitglied der 'Ndrangheta in einem Wohnhaus in Wetzikon. Am Einsatz beteiligt war auch das Bundesamt für Polizei (Fedpol).

Teilansicht eines Stadtpolizeifahrzeugs mit Website-URL.
Legende: Nach Hinweisen der italienischen Behörden konnte die Kantonspolizei den Mann am Freitag verhaften. Keystone /Christian Beutler

Der Mann wartet nun in einem Schweizer Gefängnis auf eine Auslieferung an Italien. Bei diesem dürfte es sich allerdings nicht um einen Einzelfall handeln. Europol schätzt die Zahl krimineller Organisationen in Europa auf mehr als 800 – darunter auch einige in der Schweiz.

«Von offen ausgetragener Gewalt wurde die Schweiz zwar bisher weitgehend verschont. Es existiert jedoch eine enge Vernetzung der organisierten Kriminalität in der Schweiz mit zum Teil äusserst gewaltbereiten Strukturen», sagte das Fedpol zu Keystone-SDA.

Neue Strategie des Bundesrates

Dabei reiche das Spektrum von im Kern verwandtschaftlich aufgebauten italienischen Mafia-Gruppen, über Gruppen aus dem Balkan, die Teile des hiesigen Drogenmarktes beherrschten, bis hin zu türkeistämmigen Gruppierungen, die insbesondere im Markt des illegalen Geldspiels dominant auftreten, sowie Strukturen aus Asien, die vor allem mit Menschenhandel tätig sind.

Hinzu kommen laut dem Fedpol westafrikanische oder karibische Gruppierungen im Drogen- und Menschenhandel, Gruppen aus Frankreich oder Diebesbanden aus Rumänien. Auch von neu entstandenen Phänomenen wie der sogenannten «Mocro-Maffia» aus den Niederlanden und Belgien, die Kokain liefern und Geldautomaten sprengen, ist die Schweiz demnach betroffen.

Erst im Dezember hat der Bundesrat eine neue Strategie für den Kampf gegen organisierte Kriminalität gutgeheissen. Die Schweiz sei mit ihrer zentralen Lage in Europa und ihrem Wohlstand attraktiv für kriminelle Organisationen, so der Bundesrat.

SRF 4 News, 28.01.2026, 12:30 Uhr ; 

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