Schneider-Ammann: «Gemeinheiten gehören dazu»

Bundespräsident und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wehrt sich vehement gegen die Kritik an seiner Person. Er habe sich einige Gemeinheiten gefallen lassen müssen, sagt er in der «Rundschau». Er stehe aber dazu, immer ein Unternehmer zu bleiben.

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Der Wirtschaftsminister an der «Rundschau»-Theke

10 min, aus Rundschau vom 17.2.2016

Er lasse sich nicht mehr davon irritieren, dafür kritisiert zu werden, den Rollenwechsel vom Unternehmer zum Bundesrat nicht geschafft zu haben, so Johann Schneider-Ammann: «Ich bin ein Unternehmer und bleibe ein Unternehmer.» Es tue der Politik zudem gut, wenn ein Unternehmer die Stimme erhebe. Gemeinheiten der Presse, wie es Schneider-Ammann nennt, würden dazugehören.

«Ich werde seit 5 Jahren belächelt»

In ungewohnt emotionaler Manier kontert Schneider-Ammann die Kritik, er kämpfe zu wenig für den Werkplatz Schweiz. Jeder Insider wisse, dass er für Arbeitsplätze kämpfe. So warne er seit fünf Jahren vor einer Deindustrialisierung und werde dafür belächelt: «Man will es nicht wahrhaben, aber jetzt ist der Moment gekommen, wo das Land ernsthaft damit beginnt, sich zu deindustrialisieren.»

«Jede abgebaute Stelle tut weh»

Auf die Schliessung der Lehrwerkstatt des Stahlwerkes Gerlafingen angesprochen, sagte der Wirtschaftsminister: «Ich bedaure es – wie ich jeden Arbeitsplatz bedaure, der aufgegeben werde muss.» Aber es würden für die Lehrlinge in der Region neue Möglichkeiten geschaffen. Es tue ihm aber für jeden Einzelnen weh.

61 Millionen Franken für KTI-Massnahmen

Der Bundesrat hat heute zusätzliche KTI-Sondermassnahmen zur Innovationsförderung im Umfang von 61 Millionen Franken genehmigt. Damit will er insbesondere exportorientierte klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) unterstützen, die aufgrund der Frankenstärke stark unter Druck sind.