Am Mittwochabend versammelten sich fast 300 Schaulustige in Elm im Kanton Glarus – für ein seltenes Naturschauspiel einen Tag nach Vollmond. Alle warteten sie, inklusive Fotografen und Kameraleute, auf den Mond.
Kurz vor 21.50 Uhr, als es in den Strassen Elms bis auf ein paar Strassenlaternen finster war, wurde das Dorf in ein silbrig schimmerndes Licht getaucht. Das Licht kam durch das Fenster im Fels, durch das Martinsloch. Die Köpfe streckten sich hoch zu den Tschingelhörnern. «Es war mucksmäuschenstill», sagt eine Schaulustige.
Die Sonne scheint jedes Jahr durchs Martinsloch, beim Mond kommt dies jedoch nur alle paar Jahre vor. Noch spezieller ist es, wenn der Mondschein bis ins Dorf strahlt. Das Spektakel dauerte aber nicht lange: «Es war erstaunlich, wie schnell sich der Mond bewegt und wie schnell es vorbei war», sagt eine andere Zuschauerin.
«Mir geht das Herz auf»
Das seltene Naturspektakel zieht viele Schaulustige an, aus dem Glarus, aber auch von fern. Banker, Schülerinnen, Rentnerinnen und Rentner – das Publikum überzeugt durch Vielfalt.
Einheitlicher sind die Eindrücke: «Mir geht das Herz auf.» Oder: «Einfach nur fantastisch.» Oder: «Es ist megaschön, es gibt Kraft.» Oder: «Beeindruckend, grandios.» Oder: «Mich berührt es sehr. Es ist mit einem Heimatgefühl verbunden.»