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Skandal in USZ-Herzklinik Problematische Eingriffe und Todesfälle: Bericht belegt Vorwürfe

Unter Ex-Klinikleiter Francesco Maisano kam es am Unispital zu Verfehlungen und mindestens elf unerwarteten Todesfällen.

Die Ergebnisse eines Untersuchungsberichts belegen ein dramatisches Ausmass: Am Universitätsspital Zürich ist es in der Herzchirurgie zwischen 2016 und 2020 zu schweren Verfehlungen und unerwarteten Todesfällen gekommen.

Aufsehenerregend ist im Bericht die Übersterblichkeit im untersuchten Zeitraum. Statistischen Berechnungen zufolge war die Sterberate im Vergleich mit anderen Universitätsspitälern um 68 bis 74 Fälle höher – auf Basis von 4500 Operationen.

Die Ereignisse im Fall Maisano am Universitätsspital Zürich

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Jahr 2016 – 2020:

In der Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich sterben überdurchschnittlich viele Patientinnen und Patienten. Später ist die Rede von möglicherweise 150 bis 200 vermeidbaren Todesfällen. Die Vorwürfe sind, dass ein von Francesco Maisano mitentwickeltes Cardioband nicht sicher ist, dass Patienten nicht korrekt aufgeklärt werden und dass Operationen teilweise Technologie- und Studieninteressen gedient haben.

Jahr 2020:

Ein Whistleblower (Arzt) informiert die Behörden und Medien über die Unregelmässigkeiten. Die Affäre wird öffentlich, Medienberichte und Spannungen innerhalb der Klinik nehmen stark zu.

Jahr 2021:

Das Universitätsspital Zürich trennt sich von Francesco Maisano – auch der Whistleblower verlässt das Spital. Maisano kehrt nach Mailand zurück und arbeitet dort weiter als Herzchirurg.

Jahr 2022 – 2023:

Der mediale und politische Druck auf das Unispital wächst. Es werden Forderungen nach einer externen, unabhängigen Untersuchung laut.

Jahr 2024:

Das Universitätsspital kündigt eine unabhängige Task Force an, die die Todesfälle an der Herzklinik untersuchen soll – in einem ausgeweiteten Zeitraum von 2015 bis 2021. Der frühere Bundesrichter Niklaus Oberholzer übernimmt die Leitung. Kritiker bemängeln jedoch, dass das USZ Auftraggeber und Financier der Untersuchung ist. Ebenfalls 2024 verliert das Cardioband die europäische Zulassung und wird nicht mehr verwendet.

Jahr 2025:

Medien veröffentlichen weitere Recherchen zu Todesfällen, Interessenskonflikten und internationalen Verflechtungen.

Über 300 Todesfälle während der Amtszeit von Klinikleiter Francesco Maisano wurden zudem genauer untersucht. Gemäss Analyse kam es dabei zu 75 chirurgisch problematischen Eingriffen, zu 64 «eher nicht zu erwartenden» Todesfällen und zu elf «nicht zu erwartenden» Todesfällen.

Zudem kam in 13 Fällen ein Medizinprodukt unangemessen zum Einsatz, insbesondere das von Maisano mitentwickelte Cardioband. Diese Vorfälle – die besonders auffälligen Todesfälle sowie der unangemessene Einsatz des Cardiobands – hat das USZ der Staatsanwaltschaft gemeldet. Die Ermittler sollen prüfen, ob strafrechtlich relevante Verfehlungen vorliegen.

Führungs- und Systemversagen am Universitätsspital

Die Ursachen für die Verfehlungen ortet der Bericht in mehreren Bereichen. So sei Francesco Maisano 2014 überhastet und ohne ausreichende Prüfung seiner Qualifikationen und Interessenskonflikte zum Klinikchef ernannt worden. Zudem habe die damalige Spitaldirektion ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt und Warnsignale zu spät erkannt.

«Die Ergebnisse haben uns tief betroffen gemacht», sagte André Zemp, Spitalratspräsident am Universitätsspital Zürich, an der heutigen Medienorientierung. «Das Führungsversagen auf verschiedenen Ebenen ist nicht akzeptabel.» Er bitte die Betroffenen und ihre Angehörigen um Entschuldigung. Man habe für sie eine spezielle Beratungsstelle eingerichtet.

Rücktritte am Universitätsspital Zürich

Der Untersuchungsbericht hat zur Folge, dass drei Mitglieder des Spitalrats zurücktreten. Sie wollen so einen personellen Neuanfang ermöglichen.

Inzwischen habe die Klinik für Herzchirurgie unter neuer Leitung hohe Qualitätsstandards zurückgewonnen. Die Sterblichkeitsrate bewege sich wieder im unauffälligen Bereich. Verhindert werden sollen ähnliche Vorfälle künftig unter anderem mit einem Register für Interessensbindungen und einem geplanten Meldesystem für Missstände.

Francesco Maisano, der das Zentrum für Herzchirurgie leitete, verliess das Universitätsspital Zürich 2021 und kehrte nach Mailand zurück, wo er auch heute noch als Herzchirurg  arbeitet.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 5.5.2026, 6:31 Uhr ; 

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