Die Städtestatistik 2026: Was sich zuerst trocken anhört, enthält viele interessante Details und Vergleiche zu den rund 180 Schweizer Städten, die im Städteverband zusammengeschlossen sind. Man erfährt Spannendes über ihre Bewohnerinnen und Bewohner, über Wohnungsleerstände, die Steuerbelastung, die Geburtenrate oder auch, wie lange der Arbeitsweg in dieser oder jener Stadt ist. Und das sind nur einige wenige Beispiele der immensen Datensammlung.
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Der Arbeitsweg: Durchschnittlich pendeln die Städterinnen und Städter 31 Minuten und 13 Kilometer von und zur Arbeit. Im Mittel werden in den grössten Städten 33 Minuten für den Arbeitsweg aufgewendet. Das sind sechs Minuten mehr als in den kleinsten Städten – auch wenn in den grössten Städten mit 11 Kilometern die vergleichsweise kürzeste Distanz zurückgelegt wird. Mit 26 Kilometern durchschnittlichem Arbeitsweg legen die Oltnerinnen und Oltner die grösste Distanz zum Arbeitsplatz zurück. Dafür brauchen sie 38 Minuten pro Weg.
Unterschiedliches Wachstum: Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung in einigen ausgewählten Städten seit 1930, stellt es sich sehr unterschiedlich dar. Während etwa in Appenzell Ende 2024 knapp 25 Prozent mehr Menschen lebten und wohnten als vor 96 Jahren, beträgt die Zunahme der ständigen Wohnbevölkerung in Horw seit 1930 mehr als 480 Prozent. Derweil betrug das Bevölkerungswachstum in La Chaux-de-Fonds zwischen 1930 und 2024 nur gerade gut sechs Prozent.
Anzahl Leerwohnungen: Auch bei der Leerwohnungsstatistik findet man einige spannende Erkenntnisse. Dass es in Zürich, Genf oder Zug schwierig ist, eine Wohnung zu finden, ist bekannt. Entsprechend liegen die Leerwohnungsziffern dort bei bloss 0.1, 0.36 und 0.28. Viele leerstehende Wohnungen gibt es andererseits etwa in Wallisellen (Leerwohnungsziffer 2.98), Bellinzona (2.27) oder Moutier (6.01). Tendenziell ist es aber schon so: Wo die Steuern tief sind und die Zentren relativ rasch erreichbar, dort stehen wenige Wohnungen leer – und meist ist die Miete dort auch eher hoch.
Die Einkommenssteuern: Grosse Unterschiede bestehen auch bei der Höhe der Einkommenssteuer. Betrachtet man eine Familie – Ehepaar mit zwei Kindern –, erhält man einen Eindruck, wie gross die Differenzen je nach Wohngemeinde sind. Bei einem Bruttoeinkommen von 80'000 Franken etwa schlägt die Einkommenssteuer in St. Moritz mit 990 Franken pro Jahr zu Buche. In Lausanne sind es 3330 und in Bern sogar 6260 Franken. In Zug bezahlt eine solche vierköpfige Familie gar keine Steuern bei einem Bruttoeinkommen von 80'000 Franken. Allerdings dürfte es für sie schwierig werden, in Zug eine bezahlbare Wohnung zu finden.
Verhältnis Geburten/Todesfälle: Spannend ist auch die Statistik zur Bevölkerungsbilanz in den gut 180 Schweizer Städten. Während etwa in Riehen BS pro 1000 Einwohner nur gerade sechs Kinder pro Jahr geboren werden (und fast elf Personen sterben), sind es zum Beispiel in Appenzell mehr als 17 Lebendgeburten pro Jahr und 1000 Einwohnerinnen. Dem stehen in Appenzell aber auch 18 Todesfälle pro 1000 Einwohner und Jahr gegenüber. Und: Den höchsten Geburtenüberschuss der Deutschschweizer Städte hat Bülach. Hier werden pro Jahr und 1000 Einwohner und Einwohnerinnen sechs Kinder mehr geboren als Personen versterben.