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Streit um Vogelvoliere Nach Kritik: Zoo Zürich erklärt sich

Nachdem der Streit um die neue Voliere mit dem Stahlbauer eskaliert ist, rechtfertigt sich der Zoo Zürich.

Eigentlich hätte die Stahlbaufirma Baltensperger die neue Pantanal-Voliere im Zoo Zürich bauen sollen. Doch die Verhandlungen scheiterten. Denn die beiden Parteien konnten sich nicht darauf einigen, wie es mit den bereits vorproduzierten Stahlbögen weitergehen soll. Der Streit drehte sich um Genauigkeit im Millimeterbereich, die für die Statik der Konstruktion nötig ist.

Die Baustelle der Pantanal-Voliere.
Legende: Die Baustelle der Pantanal-Voliere steht derzeit still. Der Zoo Zürich hat die Zusammenarbeit mit der Stahlbaufirma beendet. Keystone/Claudio Thoma

Der Zoo habe die Zusammenarbeit mit der Stahlbaufirma aus dem Zürcher Unterland schliesslich beendet, weil diese die gewünschten Anforderungen sowohl technisch als auch terminlich und finanziell nicht erreicht habe, hiess es im Dezember letzten Jahres.

Die Stahlbaufirma wehrte sich gegen die Vorwürfe und gab an, das Projekt habe sich über den definierten Rahmen hinaus entwickelt. Seither kämpft sie ums Überleben; sie befindet sich nun in provisorischer Nachlassstundung.

Heftige Kritik prasselte auf den Zoo Zürich ein

Das kam bei Zoo-Fans schlecht an, und die Kritik, die auf den Zoo Zürich einprasselte, war heftig. Einige drohten, den Zoo in Zukunft nicht mehr besuchen oder finanziell unterstützen zu wollen. Deshalb wollte der Zoo heute an einer Medienkonferenz seine Sicht der Dinge darlegen.

Die Firma habe vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten, deshalb habe der Zoo die Reissleine ziehen müssen, sagte Zoodirektor Severin Dressen. Der Zoo habe der Firma 9.5 Millionen Franken, rund 75 Prozent der Vertragssumme, vorausbezahlt. Geliefert habe die Stahlbaufirma im Gegenzug Teile im Wert von 0.7 Millionen Franken. Weitere Teile im Wert von 4.2 Millionen Franken wurden schon vorproduziert, doch die Firma weigere sich, die Teile herauszugeben.

Firmengelände von Baltensperger in Höri ZH.
Legende: Die Firma Baltensperger in Höri ZH kämpft ums Überleben. KEYSTONE/Claudio Thoma

Bisher habe der Zoo nicht aktiv kommuniziert. Zoodirektor Severin Dressen begründete dies gegenüber SRF so: «Wir wollten den Fokus auf das Projekt behalten und auch der Firma nicht schaden, die in einer schwierigen Situation ist.» Doch nachdem der Zoo in einem solch schlechten Licht dagestanden ist, wolle man sich nun äussern.

Der Zoo kann sich nur aufgrund der grosszügigen Unterstützung weiterentwickeln.
Autor: Severin Dressen Zoodirektor

Würde die Firma tatsächlich in Konkurs gehen, wäre das laut Severin Dressen «tragisch». «Auch wenn der Zoo dafür keine Verantwortung tragen würde.» Allerdings hofft er auch, dass dies den Menschen, die den Zoo unterstützen, nun klar ist. «Der Zoo kann sich nur aufgrund der grosszügigen Unterstützung weiterentwickeln.»

Zoodirektor Severin Dressen räumte gegenüber SRF auch Fehler ein: «Wir haben uns vom Renommee der Firma und vom guten Angebot beeindrucken lassen.» Man hätte bei der Vergabe mehr Firmen einladen und Testobjekte anfertigen lassen müssen.

Verhandlungen mit neuer Firma kurz vor Abschluss

Der Zoo arbeite daran, die Stahlbauarbeiten an der Voliere mit einem neuen Umsetzungspartner so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Bei den neuen Stahlanbietern waren die Genauigkeiten laut Severin Dressen «überhaupt kein Problem». «Derzeit werden Testobjekte produziert und die sind alle innerhalb der Toleranzen.»

Zoo-Direktor Severin Dressen.
Legende: Zoodirektor Severin Dressen hofft darauf, dass die Menschen den Zoo weiterhin unterstützen. KEYSTONE/Claudio Thoma

Momentan würden Vergabegespräche laufen. Diese stünden kurz vor Abschluss. Ob es sich um Firmen aus dem In- oder Ausland handelt, die die Voliere bauen können, dazu äusserte sich Zoodirektor Severin Dressen nicht. Erst wenn das neue Stahlbauunternehmen feststehe, könne auch über den Zeitplan und das Eröffnungsdatum für die Pantanal-Voliere terminiert werden.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 29.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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