- Rund sechs Monate nach der Brandkatastrophe rechnen die Tourismusverantwortlichen von Crans-Montana nicht mit spürbaren negativen Auswirkungen auf die Sommersaison.
- Der Tourismusverband spricht von stabilen Buchungen für die kommenden Monate.
- Anfang Jahr verzichtete der Ferienort auf sämtliche Werbeaktivitäten. Jetzt wird die Kommunikation wieder aufgenommen, jedoch mit grosser Zurückhaltung.
«Insgesamt erwarten wir einen stabilen Sommer und Herbst», sagt der Direktor von Crans-Montana Tourismus, Bruno Huggler, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es sei fast eher die instabile Weltlage, die ihm Sorgen bereite.
Aus Respekt gegenüber den Opfern und ihren Familien haben wir bewusst auf Werbung verzichtet.
«Mehrere Faktoren belasten derzeit den Markt, darunter die geopolitische Lage mit direkten Auswirkungen auf die Zahl der Gäste aus dem Nahen Osten, die Stärke des Frankens sowie eine gewisse Zurückhaltung beim Konsum.» Nach dem Unglück vom 1. Januar mit 41 Toten und 115 Verletzten passte die Tourismusorganisation ihre Kommunikationsstrategie an. «Zu Beginn des Jahres haben wir aus Respekt gegenüber den Opfern und ihren Familien sämtliche Werbeaktivitäten bewusst ausgesetzt», erklärt Huggler.
Zurückhaltender Neustart
Anschliessend habe man die Kommunikation schrittweise und mit grosser Zurückhaltung wieder aufgenommen. «Heute stellen wir vor allem die Schönheit unserer Destination in den Vordergrund: die Berge, Seen, Wälder und Landschaften.»
Auch die Kommunikation in Italien und Frankreich – den beiden Ländern, die neben der Schweiz am stärksten von der Berichterstattung über den Brand betroffen waren – wurde angepasst. Im Mai hätten sie rund dreissig Journalistinnen und Journalisten getroffen, sagt Huggler. «Die Gespräche verliefen sehr positiv und haben bestätigt, dass das Interesse an Crans-Montana in Italien weiterhin sehr gross ist.»
Hotelkapazitäten werden ausgebaut
Mit zunehmendem zeitlichem Abstand zur Katastrophe hofft der Tourismusdirektor, dass Crans-Montana wieder stärker als Ferienort wahrgenommen wird.
Mit der Zeit wird man wieder mehr über die Destination als Ferienziel sprechen und weniger über die Brandkatastrophe.
Nach der Brandkatastrophe setzte die Tourismusorganisation verstärkt auf eine persönliche Kommunikation. «Wir haben bewusst den Menschen eine Stimme gegeben, die Crans-Montana prägen: Einwohnerinnen, Gäste, Unternehmer, Sportlerinnen. Ihre Geschichten und ihre Verbundenheit spiegeln die Identität von Crans-Montana am besten wider», sagt Bruno Huggler. Mit der Zeit werde man wieder mehr über die Destination als Ferienziel sprechen und weniger über die Ereignisse zu Jahresbeginn.
Auch die kürzlich angekündigte Übernahme eines Hotels mit einer Aufwertung vom Drei- zum Fünfsternehotel sowie die geplante Eröffnung eines neuen Viersternehotels wertet die Tourismusorganisation als starkes Signal. Mehrere Projekte seien derzeit im Bau oder in Vorbereitung. In den kommenden fünf Jahren werde Crans-Montana seine Hotelkapazitäten deutlich ausbauen, so Bruno Huggler.