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Turnaround geschafft Das Universitätsspital Basel schreibt wieder Gewinn

Rakesh Padiyath führt das Universitätsspital Basel (USB) seit einem Jahr. Bisher ist er kaum in der Öffentlichkeit aufgetreten. Das ändert er nun – und präsentiert überraschend gute Zahlen.

Rakesh Padiyath

Direktor Universitätsspital Basel

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Seit Mai 2025 ist Rakesh Padiyath Direktor des Universitätsspitals Basel (USB): Er studierte an der Universität Zürich Humanmedizin, promovierte an der Universität Basel und erlangte einen MBA in Betriebswirtschaft und Management.

SRF: Das Universitätsspital Basel hat 2025 einen Gewinn von 6.6 Millionen Franken gemacht. Wie kam es dazu?

Rakesh Padiyath: Das ist ein erfreulicher Turnaround! Weil wir das Claraspital gekauft haben, müssen wir das Klinikum 3 nun doch nicht bauen. Dafür mussten wir aber Kosten abschreiben. Ohne sie läge der Gewinn bei 19 Millionen Franken.

2023 gab es ein Minus von 50 Millionen. Damals gaben Sie Stromkosten und Tarife, die nicht kostendeckend waren, als Gründe an.

2023 hatte die Spitalbranche zu kämpfen. Die Kosten stiegen stark. In die neuen Tarife sind gewisse Teuerungskosten eingeflossen, aber nicht alle. Wichtig wäre, dass wir ambulante Behandlungen vorantreiben. Wenn wir dort nicht kostendeckende Tarife haben, könnte das verzögert werden. Das gute Ergebnis kam durch operative Verbesserungen zustande, nicht durch Tarife.

Sie behandeln stetig mehr Leute. Etwa 30 Prozent kommen aus Baselland. Kritische Stimmen sagen, Sie würden diese regelrecht anziehen.

Es ist niemand gerne Patientin oder Patient. Es sind schwierige Situationen, etwa wenn Sie einen Unfall oder einen Hirnschlag erlitten haben. Dann gehen Sie dorthin, wo Sie glauben, Ihnen wird am besten geholfen. Gleichzeitig hat das aber auch mit der demografischen Entwicklung zu tun. Die Bevölkerung wird älter und es kommt deswegen auch zu komplexeren Krankheitsbildern.

Weil sich vermehrt Baselbieterinnen und Baselbieter in der Stadt behandeln lassen, überlegt man sich auf dem Land, die freie Spitalwahl zwischen den beiden Basel einzuschränken. Was sagen Sie dazu?

Ich finde es schwierig, wenn man administrative Hürden schafft. Seit 2014 gibt es in der Region die Freizügigkeit.

Es ist sicher sinnvoller, in gute medizinische Versorgung zu investieren, als Geld in Beton zu giessen.

500'000 Menschen können wählen, wo sie sich behandeln lassen. Das funktioniert aus unserer Sicht gut.

Das Kantonsspital Baselland (KSBL) verzichtet nun auf einen Spitalneubau. Aber es steckt viel Geld in die bisherigen Standorte.

Uns hat die Investitionssumme von 1.26 Milliarden überrascht. Das ist deutlich mehr, als wir für den Neubau des Klinikums 2 benötigen.

Rechnen Sie mit einem grösseren Ausbau?

Wir werden sehen, was geplant ist. Es ist sicher sinnvoller, in gute medizinische Versorgung zu investieren, als Geld in Beton zu giessen.

Der KSBL-Standort Bruderholz liegt an der Grenze zur Stadt, und dort soll es einen Ersatzneubau geben. Müsste man sich da nicht besser absprechen?

Wir haben eine enge Kooperation mit dem KSBL. Wir betreiben gemeinsam das Herzkatheterlabor in Liestal. Wir bilden gemeinsam Assistenzärztinnen und -ärzte aus. Wir überlegen, wie man sich weiterentwickelt, wie man von Synergien profitiert.

Aber auch das USB baut, nämlich das Klinikum 2.

Das ist kein Ausbau, es ist ein Ersatzbau.

Sie sind seit knapp einem Jahr USB-Direktor, und es läuft sehr viel. Wie geht es Ihnen damit?

Es war ein steiler Einstieg – mit langen Tagen und kurzen Nächten. Aber ich komme aus der Medizin und arbeite sehr gerne für Patientinnen und Patienten. Zudem packe ich gerne an. Dank meiner Zeit in der Chirurgie und im Notfall darf es durchaus auch mal turbulent sein.

Gibt es weiterhin schwarze Zahlen?

Das ist eine gute, anspruchsvolle Frage. Wir haben über Tarife gesprochen, die nicht kostendeckend sind. Wir sind auf gutem Weg. Ich bin zuversichtlich, auch wenn es anspruchsvoll bleibt.

Das Gespräch führte Nina Gygax.

Regionaljournal Basel, 10.04.2026, 17:30 Uhr ; 

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