- Das Tigerpythonweibchen im Basler «Zolli» zählte zu den ältesten Europas.
- Nun musste das Tier eingeschläfert werden, wie der Zoo bekannt gab.
- Das Tier wurde knapp 35 Jahre alt und war – soweit bekannt – die drittälteste Tigerpython in ganz Europa.
Einen Namen hatte sie nicht, dennoch war sie wegen ihres hohen Alters bekannt im Basler «Zolli». Die Schlange gehörte nämlich zu den ältesten bekannten Tigerpythons in Europa – nur zwei weitere Exemplare auf dem Kontinent sollen noch mehr Lebensjahre erreicht haben.
Doch nun musste sich der Zolli von dem Tier verabschieden. Das betagte Tigerpython-Weibchen aus dem Vivarium wurde aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands eingeschläfert.
Früher hatte sie junge Minipigs gefressen. Zuletzt eigentlich nur noch mittelgrosse Ratten.
Laut Kurator und Zoologe Fabian Schmidt habe das Tier in der letzten Zeit immer weniger gegessen: «Früher hatte sie junge Minipigs gefressen. Zuletzt eigentlich nur noch mittelgrosse Ratten.» Zudem sank das Körpergewicht von einst über 35 Kilogramm auf unter 30 Kilo.
«Sie hat gelitten. Es war kein schönes Zuschauen und für sie kein schönes Leben mehr.» Auch Besucherinnen und Besucher hätten die Veränderungen bemerkt.
Für die Besucher war die knapp viereinhalb Meter lange Riesenschlange in den letzten Jahrzehnten ein Fixpunkt: «Eine Riesenschlange ist etwas Eindrückliches», sagt Schmidt. Zwar gebe es im Vivarium weitere Boas oder kleinere Riesenschlangenarten, aber keine vergleichbare Tigerpython.
Wie alt die Pythondame tatsächlich geworden ist, lasse sich nicht mehr exakt feststellen. Bei sehr alten Schlangen fehlten häufig vollständige Herkunfts- und Zuchtdokumente, sodass nur Schätzungen möglich sind. Sicher ist jedoch: Das Tier kam im Juli 1991 in den Basler Zolli. Geschlüpft war die Schlange ein paar Wochen zuvor bei einer Privatperson.
Wie bei allen verstorbenen Zootieren wurde die Schlange nun nach ihrem Tod an die Pathologie der Universität Bern überstellt. «Dort wird untersucht, warum sie gestorben ist – wobei das Alter natürlich die zentrale Rolle spielt», so Schmidt. Anschliessend gehen die Überreste an ein Museum. Ob sie ausgestellt oder wissenschaftlich archiviert wird, ist offen.
Schlange hinterlässt Spuren
Die namenlose Basler Pythonseniorin hinterlässt nicht nur ein leeres Terrarium, sondern auch Erinnerungen bei Besucherinnen und Besuchern und beim Zollipersonal. Schmidt: «Die Python war länger im Zolli als jeder Mitarbeiter hier. Jetzt ist sie weg – das macht natürlich etwas mit einem.»