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Unsensibles Verhalten Was ist bei den Bündner Jägern los? Die wichtigsten Antworten

Rund um Chur kam es zu negativen Vorfällen einzelner Jäger – betroffen waren Jäger, Wild und Wildhut. Ein Überblick.

So kamen die Zwischenfälle ans Licht: In der Januar-Ausgabe des Magazins «Bündner Jäger» weist Jagdinspektor Adrian Arquint, zugleich Co-Leiter des Amts für Jagd und Fischerei (AJF), auf eine besorgniserregende Entwicklung hin: In der diesjährigen Jagdsaison kam es zu negativen Vorfällen im Zusammenhang mit dem Verhalten einzelner Jägerinnen und Jäger – teils auch ganzer Jagdgruppen – gegenüber anderen Jägern, nichtjagenden Personen, dem Wild und der Wildhut. Arquint wird im Magazin weiter mit den Worten zitiert, dass neben der Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen für die Akzeptanz der Jagd ein hohes Mass an Eigenverantwortung und Sensibilität entscheidend sei. Fehle dies, stünde viel auf dem Spiel – insbesondere die Glaubwürdigkeit der Jagd.

Das ist mit Wildhut gemeint:

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Die Wildhut ist für den Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen zuständig. Sie achtet darauf, dass die Jagd korrekt und gesetzeskonform ausgeübt wird, plant jagdliche Massnahmen und setzt sich dafür ein, dass Wildtiere langfristig gute Lebensbedingungen haben.

Das ist konkret passiert: «Vor allem rund um Chur haben wir deutlich mehr Vorfälle registriert», bestätigt Lukas Walser, Leiter der Abteilung Wild und Jagd beim AJF. Zwar handle es sich um Einzelfälle, und die grosse Mehrheit der rund 5200 Bündner Jägerinnen und Jäger verhalte sich korrekt. Laut Walser betrafen die Vorfälle beispielsweise Jägerinnen und Jäger, die in Siedlungsnähe oder in Erholungsgebieten unterwegs waren. Zwar war die Sicherheit dabei meist nicht direkt gefährdet, ihr Verhalten wurde jedoch insbesondere von nichtjagenden Personen als störend empfunden. Auch unter den Jägerinnen und Jägern selbst kam es während der Hochjagd zu Konflikten: «Es gab Fälle, in denen fremde Hochsitze beschädigt oder die Jagd von anderen gestört wurden», so Walser.

Person mit Fernglas und Gewehr in einem Wald.
Legende: «Ich gehe nicht davon aus, dass die Vorfälle mit der Wolfsregulation zusammenhängen», sagt der Bündner Abteilungsleiter für Wild und Jagd, Lukas Walser. Keystone / WALTRAUD GRUBITZSCH

Das könnten die Gründe sein: Warum es zu dieser Häufung bei der Jagd im Bündnerland kam, lässt sich laut dem Jagdchef nicht eindeutig erklären. Weder eine bestimmte Altersgruppe noch einzelne Jagdformen liessen sich als verantwortlich ausmachen. Ein möglicher Faktor sei jedoch, dass der eigene Jagderfolg stärker ins Zentrum rücke und das Bewusstsein für das Umfeld dabei in den Hintergrund trete. Hinzu komme, dass die Jagd ein sehr emotionales Thema sei. «Es geht schliesslich um das Töten von Tieren», betont Walser.

Es gab Fälle, in denen fremde Hochsitze beschädigt oder die Jagd von anderen gestört wurden.
Autor: Lukas Walser Leiter Abteilung Wild und Jagd (AJF)

Ist der Wolf daran schuld? Zwar polarisiert das Töten des Wolfes, eine direkte Verbindung zu den Vorfällen lässt sich jedoch nicht herstellen. «Ich gehe nicht davon aus, dass die Vorfälle mit der Wolfsregulation zusammenhängen», sagt Walser.

Die unterschiedlichen Jagd-Saisons:

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  • Hochjagd: Unter Hochjagd versteht man die Jagd auf sogenanntes Hochwild, also grössere Wildarten wie Rot-, Reh-, Dam- oder Schwarzwild. (01.09.2025–07.09.2025 und 16.09.2025–30.09.2025)
  • Niederjagd: Die Niederjagd bezeichnet dagegen die Jagd auf Niederwild, also kleinere Wildarten wie Hasen, Füchse, Kaninchen sowie Federwild wie Enten oder Fasane. (01.10.2025–30.11.2025)
  • Passjagd: Die Passjagd stellt keine Einteilung nach Wildarten dar, sondern beschreibt eine besondere Jagdweise. Dabei wird Wild an natürlichen oder künstlichen Engstellen, sogenannten Pässen oder Wildwechseln, abgepasst. (01.11.2025–28.02.2026)

Quelle: Amt für Jagd und Fischerei

Das wird gegen die Vorfälle unternommen: Sowohl das AJF als auch der Bündner Patentjägerverband setzen auf Ausbildung, Sensibilisierung und Dialog. Verbandspräsident Tarzizius Caviezel betont, dass bereits in der Ausbildung grossen Wert auf korrektes Verhalten in der Öffentlichkeit gelegt werde – insbesondere gegenüber der nichtjagenden Bevölkerung. Denn: «Solche Vorfälle schaden dem Image der Jagd», sagt Caviezel. Dass die Sensibilisierung wirkt, bestätigt auch das AJF: Während der Sonderjagd im November und Dezember gingen laut Jagdchef Walser keine weiteren Meldungen mehr ein.

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Regionaljournal Graubünden, 20.01.2026, 17:30 ; 

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