Vasella bestätigt Abgeltung in Millionenhöhe

72 Millionen bekommt Daniel Vasella als Abgangsentschädigung. Und auch wenn er das Geld spenden will: Die Empörung ist gross. «Sprachlos» sei sie, sagte beispielsweise Bundesrätin Sommaruga.

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Vasella bestätigt die Gerüchte

2:12 min, aus 10vor10 vom 15.2.2013

Der scheidende Novartis-Präsident Daniel Vasella erhält nach seinem Abgang sechs Jahre lang maximal 12 Millionen Franken Entschädigung pro Jahr. Das bestätigte er in einem Interview mit der «Tagesschau».

Nach seinen Angaben erhält er die volle Summe dann, wenn er sich an vorher festgeschriebene Bedingungen hält. Er darf demnach nicht zur Konkurrenz wechseln und sein Wissen während dieser Zeit nur an Novartis weitergeben.

Geld für wohltätige Zwecke

Vasella will das Geld nach eigenen Angaben nicht behalten, sondern spenden. Der Sendung «Tagesschau» sagte er, der Nettobetrag – also all das, was nach Abzug von Steuern übrige bliebe – solle für wohltätige Zwecke verwendet werden.

Vasella betonte, er habe diesen Entscheid «schon vor längerer Zeit» zusammen mit seiner Familie gefällt. «Ich habe immer gefunden: Wenn man so viel verdient hat wie ich und so viel Glück hatte im Berufsleben, dann sollte man sein Wissen weitergeben und auch einen Teil vom Geld, das man bekommt oder schon hat.» Dass der Entscheid etwas mit der bevorstehenden Abstimmung über die Abzockerinitiative zu tun habe, bestritt Vasella. «Das würde mir nicht im Traum einfallen.»

Bei Politikern sorgte Vasellas Abgangsentschädigung für Kopfschütteln. Sie sei sprachlos, sagte Bundesrätin Simonetta Sommaruga in der «Arena». FDP-Präsident Philipp Müller sagte in der «Tagesschau», die Abzockerinitiative werde nun zur «Lex Vasella». Der scheidende Novartis-Präsident führe «die liberale Schweiz aufs Schafott». 

« Klarer Fall von Abzockerei, der mit der Initiative verboten wäre »

Ähnlich verständnislos äusserte sich auch der Initiant der Abzockerinitiative, Ständerat Thomas Minder. Mit einer guten Kinderstube würde Vasella auch ohne eine solche Entschädigung nicht zur Konkurrenz gehen, sagte er. SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer sprach von einem «ganz klaren Fall von Abzockerei, der mit der Initiative verboten wäre». SVP-Nationalrat Hansjörg Walter sagte, für den normalen Schweizer Bürger sei eine solche Summe sehr schwer nachvollziehbar.