Die Eltern der betroffenen Schulkinder wurden gestern per Brief über die Schulschliessung informiert. Bis zu den Sportferien, die am kommenden Wochenende starten, findet kein Unterricht statt. Rund 30 Kinder besuchen die Primarschule Reute im Kanton Appenzell Ausserrhoden.
Die Schulbehörde schreibt von Bedrohungen und «konkreten sicherheitsrelevanten Vorfällen im schulischen Umfeld». Der «Blick» hat zuerst darüber berichtet.
Schulkinder und Lehrkräfte verunsichert
Das Problem mit dem betreffenden Elternteil besteht laut Schulleiter Steven Thoma schon länger. Auslöser für die Schulschliessung sei ein Vorfall vom Dienstag in der Nachbargemeinde Oberegg im Kanton Appenzell Innerrhoden gewesen.
Die beiden Orte haben eine gemeinsame Schulleitung. Laut Schulleiter Thoma wird der Sachverhalt nun von den Behörden ermittelt. Michel Meier, Leiter der Kriminalpolizei von Appenzell Innerrhoden, bestätigt, dass es am Dienstag in Oberegg AI zu einer Widerhandlung gegen das Strassenverkehrsgesetz gekommen sei. Ob ein Zusammenhang besteht, liess er offen.
An unserer Schule herrscht momentan ein Klima der Verunsicherung und Angst.
Was klar ist: Die Situation ist für die Primarschule Reute belastend: «An unserer Schule herrscht momentan ein Klima der Verunsicherung und Angst», sagt Schulleiter Steven Thoma. Die Drohungen seien gegenüber einer Lehrperson und Schulkindern gemacht worden. Das Problem sei nicht neu. Eine Lösung zwischen Schule und Elternteil habe sich trotz verschiedener Bemühungen bislang nicht finden lassen.
«Wir haben die Bedrohung sehr ernst genommen. Deshalb haben wir die Schule geschlossen», sagte die Gemeindepräsidentin Karin Steffen aus Reute gegenüber SRF.
Normalbetrieb nach Ferien geplant
Während der Schulferien sollen zusätzliche Abklärungen stattfinden. «Weitere Schritte sowie allfällige strafrechtliche Massnahmen werden derzeit geprüft», steht in einer Mitteilung der Gemeinde. Mit der Schulschliessung wolle man sich auch etwas Zeit verschaffen, rechtfertigt Schulleiter Steven Thoma den rigorosen Schritt.
Ziel sei es, dass der Schulbetrieb nach den Ferien wieder wie gewohnt stattfinden kann. Gemeinde und Schulleitung wollen zu einem späteren Zeitpunkt erneut informieren. Oberste Priorität habe die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler. Das Ausserrhoder Bildungsdepartement wollte sich zum Vorfall nicht äussern.