Was steckt hinter den hohen Gewinnen? Compenswiss, der Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO, verwaltet gut 50 Milliarden Franken. 2025 haben insbesondere US-Aktien gut rentiert, darunter Tech-Titel wie Nvidia, Apple und Microsoft. Auch der steigende Goldpreis trägt zum Ergebnis bei. Insgesamt hat der Fonds 6.34 Prozent Rendite erzielt, wie am Dienstag bekannt geworden ist. Das ist langfristig gesehen ein sehr gutes Resultat.
Warum ist das wichtig? Der Ausgleichsfonds braucht jederzeit genügend Liquidität, um Auszahlungen zu gewährleisten. Er dient als Puffer, wenn die Ausgaben von AHV, IV und EO höher sind als die Einnahmen. Er darf sein Geld also nicht zu riskant anlegen und hohe Verluste einfahren. Aber er muss es anlegen, weil er auf die Erträge angewiesen ist. Dieser Balanceakt ist 2025 gelungen.
Warum ist der AHV-Fonds trotzdem beunruhigt? Im Dezember 2026 muss die AHV erstmals die 13. Rente auszahlen, es geht um vier bis fünf Milliarden Franken jährlich. Der Fonds hat vorsorglich Liquiditätsreserven in Höhe von zwei Milliarden Franken gebildet. «Wir können das Geld nicht bis zum letzten Moment investieren», sagt Manuel Leuthold, der Präsident des Ausgleichsfonds, im Interview mit SRF. «Das wäre zwar von der Rendite her interessant, aber gefährlich, wenn der Markt kurz vor Auszahlung der Renten abstürzen würde.»
Je später die Lösung kommt, desto teurer wird sie sein.
Woher kommt das Geld für die 13. AHV-Rente? Das ist noch immer offen. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider will die Mehrwertsteuer um 0.7 Prozentpunkte erhöhen. Der Nationalrat fordert, diese Erhöhung zu befristen und danach strukturelle Massnahmen zu treffen, zur Diskussion steht auch ein höheres Rentenalter. Der Ständerat will eine Mischvariante: höhere Mehrwertsteuer und zusätzliche Lohnprozente.
Was, wenn sich die Politik nicht einigt? Dann muss der AHV-Fonds für das zusätzlich benötigte Geld herhalten. Mit Folgen: «Dann müssen wir Wertschriften verkaufen», sagt Manuel Leuthold. Eben um genügend liquid zu sein. «Und es ist gefährlich, wenn der Fonds seine Grösse reduziert.» Der Gedanke dahinter: Schrumpft der Ausgleichsfonds, kann er mit seinen Anlagen weniger Rendite erzielen. «Je später die Lösung kommt, desto teurer wird sie sein», sagt Leuthold.