Am 5. Dezember 2025 haben die beiden Schweizer Versicherungskonzerne Helvetia und Baloise ihre Fusion vollzogen. Heute präsentierte der neue Konzern in London die Zahlen 2025.
SRF News: Die beiden Versicherungsunternehmen haben 2025 im letzten eigenständigen Geschäftsjahr zusammen einen Gewinn von rund einer Milliarde Franken erzielt: Was waren die Treiber dahinter?
Fabian Rupprecht: Wir haben in den letzten Jahren sehr, sehr stark an dem gearbeitet, was wir «Technische Exzellenz» nennen. Das heisst, daran, wie wir Produkte bepreisen, wie wir Underwriting [Risikoprüfung] machen, wie wir Schäden regulieren. Und wir sehen jetzt die Früchte dieser Arbeit. Das war ein wesentlicher Treiber. Daneben war 2025 tatsächlich ein Jahr, in dem es glücklicherweise weniger Naturkatastrophen gab. Auch das hat positiv zum Gewinn beigetragen.
Sie halten ihren Kapitalmarkttag in London ab. Wieso London? Ist das ein Zeichen dafür, dass Sie Helvetia Baloise stärker in den Fokus internationaler Investoren rücken möchten?
Wir schätzen unsere Schweizer Investorenbasis. Und gleichzeitig wollen wir natürlich auch unsere internationale Investorenbasis bedienen. Deswegen hat sich London für diesen «Capital Market Day» als guter Standort herausgestellt. Ein Grossteil der Versicherungsanalysten ist dort ansässig, und so haben wir in London eine physische Präsenz vieler Analysten.
Im Zuge der Verbesserungen bei der Profitabilität kommt es zu einem grossen Stellenabbau: Wie viele Stellen fallen weg – insgesamt, aber vor allem auch in der Schweiz?
Wir haben in den letzten Monaten angekündigt, dass weltweit insgesamt zwischen 2000 und 2600 Stellen wegfallen. Wir haben erklärt, dass davon 1400 bis 1800 Stellen in der Schweiz betroffen sind. Das betrifft sowohl die Gruppenfunktionen als auch die lokale Organisation.
Die Mehrheit dieser Stellen wurde sozialverträglich abgebaut.
Wir haben bis heute bereits 1100 Stellen abgebaut. Die gute Nachricht ist, dass die Mehrheit dieser Stellen sozialverträglich abgebaut wurde. Das heisst, dass wir Stellen, die durch natürliche Fluktuation offen sind, nicht wieder besetzt und Vorruhestands- und Freiwilligen-Regelungen genutzt haben. Wir denken, dass das auch für den Rest der Stellen in ähnlicher Art und Weise passieren wird.
Viele Entlassungen, Dividenden von fast drei Milliarden Franken bis 2028: Da entsteht der Eindruck: alles für die Aktionäre, wenig für die Mitarbeitenden. Was sagen Sie dazu?
Unser Ziel ist, dass wir Helvetia Baloise nachhaltig solide aufstellen. Dazu gehört, dass wir natürlich alle Beteiligten dabei berücksichtigen müssen. In einigen Fällen gibt es gewisse Zielkonflikte. Zum Beispiel wollen Kunden und Aktionäre, dass wir schlank aufgestellt sind. Das heisst, deswegen suchen wir nach Effizienzen und nutzen natürlich die Synergien. Das machen wir aber, weil uns Mitarbeitende sehr, sehr wichtig sind über einen längeren Zeitraum.
Das Interview führte Stefan Frühauf.