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Game Over für die Disc Warum Sonys radikaler Kurswechsel alle Gamer trifft

Ab 2028 verkauft Sony neue Playstation-Spiele nur noch digital. Kritiker sehen dahinter vor allem ein Milliarden-Geschäft. Denn ohne Disc landen die Kunden direkt im Online-Sony-Store. Es geht um Geld, Macht und Nutzerkontrolle.

Die Mitteilung vom 1. Juli 2026 hatte es in sich: Game Over für die Sony Playstation Disk ab 1. Januar 2028. Der Konzern begründet das Disc-Aus mit dem Verhalten der Kunden. Die Spieler und Spielerinnen würden digitale Inhalte mittlerweile deutlich häufiger bevorzugen als physische Datenträger. Deshalb sei der Abschied von der Disc für Sony der «natürliche nächste Schritt».

Gelddruckmaschine Playstation

Hinter dem Schritt steckt mehr als ein Kundenbedürfnis. Rund 85 Prozent der Playstation-Spiele verkauft der japanische Konzern inzwischen digital. Mit diesem Geschäft setzte Sony im vergangenen Jahr 31 Milliarden Dollar um. Mit dem Aus der Disc spart der Konzern künftig Produktion, Logistik und den Anteil der Händler. Gleichzeitig landen die Kunden direkt online im Sony-Store – dort kontrolliert der Konzern Preise, Verkäufe und Kundendaten. Kritiker sagen: Die Disc verschwindet nicht, weil sie niemand mehr will, sondern weil Downloads für Sony deutlich mehr Geld abwerfen.

Es geht vor allem um Kontrolle
Autor: Guido Berger Digitalredaktor SRF

Absolute Kundenkontrolle

Künftig läuft alles über Sonys eigene Plattform. Der Konzern sieht, wer was kauft, wann gezockt wird und welche Titel besonders gefragt sind. Gleichzeitig verdient Sony an jedem Verkauf direkt mit – ohne Händler dazwischen. Für Guido Berger, Digitalredaktor bei SRF ist klar: Es geht vor allem um Kontrolle und mehr Preissetzungsmacht.

Das wird uns markant Geld kosten. Definitiv.
Autor: Sandro Cimildoro Geschäftsführer Softridge

Game-Händler Sandro Cimildoro ist Geschäftsführer der Firma Softridge und schon seit 30 Jahren im Geschäft. Die neue Sony-Offensive ist eine schlechte Nachricht für ihn. Wenn Kunden nur noch im Sony-Store einkaufen, bestimmt der Konzern die Spielregeln: «Das wird uns markant Geld kosten. Definitiv», sagt er. Die Disc verschwinde nicht, weil sie technisch überholt sei. Sie verschwinde, weil digitale Verkäufe für Hersteller lukrativer seien, führt er aus.

Cimildoro befürchtet, dass Sony ein profilabhängiges, dynamisches Preismodell einführen könnte. Er warnt vor unterschiedlichen Preisen für unterschiedliche Kunden. Wer oft kauft, könnte für dasselbe Spiel plötzlich mehr bezahlen als jemand mit einem anderen Profil. Medienberichten zufolge führt Sony derzeit einen gross angelegten Test durch mit Rabatten von bis zu 27.8 Prozent.

Der Streit um die Disc ist deshalb eigentlich kein Gaming-Thema. Er betrifft eine Entwicklung, die längst auch Filme, Musik und Bücher erfasst hat. Früher stand das Produkt im Regal. Heute liegt der Zugang auf den Servern eines Konzerns. Der Vorteil: Alles ist sofort verfügbar. Der Nachteil: Die Abhängigkeit wächst. Verschwindet ein Store oder ändern sich die Bedingungen, haben Nutzer meist keinen Einfluss.

10vor10, 8.7.2026, 21:50 Uhr;weds

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