- Nestlé-CEO Philipp Navratil hat sich nach dem grossangelegten Rückruf von Babynahrung in einer Videobotschaft bei Eltern und Betreuungspersonen für die entstandene Verunsicherung entschuldigt.
- Weiter betont er, dass es bisher keine bestätigten Krankheitsfälle im Zusammenhang mit der verunreinigten Babynahrung gebe.
- Nestlé entdeckte das Problem Anfang Dezember, als in einem Werk in den Niederlanden ein giftiger Stoff in einem der Rohstoffe für Babynahrung gefunden wurde.
«Ich möchte mich aufrichtig für die Sorgen und Unannehmlichkeiten entschuldigen, die dies verursacht haben könnte», sagte Navratil in einer am Dienstagabend veröffentlichten Videobotschaft.
Auslöser des Rückrufs sei ein Qualitätsproblem mit einem Rohstoff eines Zulieferers gewesen, das im Dezember in einem Werk in den Niederlanden festgestellt worden sei, sagte Navratil in dem auf der Webseite von Nestlé publizierten Video. Das Unternehmen habe daraufhin den Vertrieb der betroffenen Produkte gestoppt und in Zusammenarbeit mit den Behörden in mehreren europäischen Ländern freiwillige Rückrufe gestartet. Anfang Januar seien diese auf alle betroffenen Märkte ausgeweitet worden.
«Alle Rückrufe sind inzwischen bekannt gegeben worden», sagte Navratil. Angaben auf der Nestlé-Website zufolge sind Produkte in rund 60 Ländern auf allen Kontinenten zurückgerufen worden, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Giftstoff in Zulieferbetrieb entdeckt
Betroffen sind die bekannte Marke Beba sowie Spezialprodukte wie Alfamino. Eltern wurden aufgefordert, die Produkte aus bestimmten Chargen nicht mehr zu verwenden und im Handel zurückzugeben. Ursache war laut Behördenangaben ein technischer Reinigungsdefekt in einem Zulieferbetrieb, durch den es zu einer Verunreinigung eines als Zutat verwendeten Öls gekommen sei. Der hitzebeständige Giftstoff Cereulid könne Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Der Konzern erklärte, die vom Rückruf betroffenen Chargen von Säuglingsnahrung machten deutlich weniger als 0.5 Prozent des jährlichen Konzernumsatzes aus. Die finanziellen Auswirkungen würden für den Konzern «voraussichtlich nicht erheblich» sein. Analysten erklärten, Produkt- und Markensicherheit könne Umsatzverluste auslösen, wovon Konkurrenten wie Danone profitieren könnten.