Mit jedem Angriff verbrennen die USA derzeit Millionen: Der Iran-Krieg entwickelt sich zum finanziellen Kraftakt. Laut Schätzungen der Denkfabrik «Center for Strategic and international Studies» kostet der Einsatz aktuell rund 900 Millionen Dollar pro Tag.
Zahlen aus dem US-Verteidigungsministerium zeigen zudem, dass bereits in den ersten sechs Tagen mindestens 11.3 Milliarden Dollar verbraucht wurden – ohne vorbereitende Operationen. Der Iran-Krieg begann am 28. Februar mit Angriffen Israels und den USA.
Zu Beginn setzten die USA besonders teure Waffensysteme ein. Gleitbomben schlagen mit über einer halben Million Dollar pro Stück zu Buche, Abwehrraketen sogar mit rund 13 Millionen Dollar.
Krieg verursacht Finanzlöcher
Noch sei der Krieg finanzierbar, sagt SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte. Der US-Staatshaushalt umfasst rund sieben Billionen Dollar. Doch die hohe Staatsverschuldung setze der Regierung enge Grenzen. «Es geht um viel Geld – Geld, das die USA nicht unbedingt haben.» Entscheidend sei deshalb, wie lange der Krieg andauere, so Korte.
Es geht um viel Geld – Geld, das die USA nicht unbedingt haben.
Um die Kosten zu senken, soll die Armee künftig verstärkt auf günstigere Systeme setzen, etwa sogenannte Lucas-Drohnen – Kopien iranischer Kamikazedrohnen.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass militärische Konflikte in den USA regelmässig gigantische Finanzlöcher hinterlassen: Der Afghanistan-Krieg kostete bis zu 2300 Milliarden Dollar, der Irak-Krieg ab 2003 zwischen 800 und 2000 Milliarden – je nach Berechnungsmethode.
Amerikaner haben andere Sorgen
Innenpolitisch kommen hohe Ausgaben zur Unzeit. Nur rund 40 Prozent der Bevölkerung unterstützen laut Umfragen Trumps Kriegskurs.
Viele seiner Wählerinnen und Wähler fragten sich, weshalb der Iran im Fokus stehen solle, während die Lebenshaltungskosten steigen. Trotzdem wenden sie sich kaum von Trump ab.
Die Republikaner wissen, dass hohe Benzinpreise für ihre Wahlchancen Gift wären.
Doch den Republikanern könnten nun steigende Benzinpreise gefährlich werden – im Hinblick auf die Zwischenwahlen. Das sei «Gift für ihre Wahlchancen», sagt Pascal Weber, USA-Korrespondent für SRF in Washington.
Die Regierung dürfte demnächst eine zusätzliche Finanzspritze beim Kongress beantragen – im Gespräch sind 50 Milliarden Dollar oder mehr. Selbst demokratische Abgeordnete, die den Krieg ablehnen, tun sich schwer, gegen Mittel für die eigenen Soldaten zu stimmen.
Zölle finanzieren den Krieg nicht
Als weitere Einnahmequelle prüft Washington neue Zölle – auch gegenüber der Schweiz. So soll geprüft werden, ob Länder wie die Schweiz «unfaire Handelspraktikern» verfolgen.
Doch laut Börsenkorrespondent Korte sind die Einnahmen bereits für die Gegenfinanzierung von Trumps Steuerreform verplant. Für die Kriegsfinanzierung taugen sie daher kaum.
Fest steht: Jede weitere abgeworfene Bombe bedeutet zusätzliche Belastungen für einen Staatshaushalt, der schon heute stark unter Druck steht.