Schwerer Stand für Schweizer Markenartikel-Händler

Warenhäuser in der Schweiz haben derzeit einen schweren Stand. Vom starken Franken und Einkaufstourismus sind vor allem die Non-Food-Bereiche betroffen, denn Markenartikel können auch im Internet bestellt oder im Ausland gekauft werden. Bringen Erlebniskonzepte die Kunden zurück?

Kleiderabteilung eines Zürcher Warenhauses Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zürcher Warenhaus: Wer in der Schweiz mit Markenartikeln handelt, kämpft oft mit Umsatzeinbussen. Keystone

Kleider, Sportartikel, Elektronische Geräte oder Spielwaren: Die Warenhäuser Coop City, Globus, Jelmoli, Loeb und Manor führen oft Markenartikel. Das hat einen grossen Nachteil sagt Thomas Rudolph, Professor für Marketing und Handelsmanagement an der Universität St. Gallen. «Bei Markenartikeln ist es für die Konsumenten relativ einfach, Preisvergleiche anzustellen, auch über das Internet. Das führt dazu, dass der eine oder andere im Ausland einkauft.» Das verschärfe den Preisdruck bei den Warenhäusern.

Einkaufstouristen reisen immer weiter

Besonders die Warenhäuser in Grenzregionen sind betroffen. Allerdings legt der durchschnittliche Einkaufstourist immer weitere Distanzen zurück, um in Deutschland, Frankreich, Österreich oder Italien einzukaufen. Entsprechend trifft es die Warenhäuser in der ganzen Schweiz. Doch nicht nur der Einkaufstourismus, auch die Onlineeinkäufe machen den Warenhäusern zu schaffen. Der Umsatz der Coop City Warenhäuser beispielsweise sank letztes Jahr um fünf Prozent.

Denn immer öfter kaufen Konsumentinnen und Konsumenten in ausländischen Onlineshops ein. «Seien es Textilien, seien es Sportartikel, sei es Musik, alle diese Produkte werden vermehrt im Internet gekauft und das trifft die Warenhäuser», erklärt Rudolph.

Erlebniskonzepte zum Einkaufen

Diese müssten sich deshalb für die Zukunft rüsten. Konkret heisst das, dass sie selber Waren vermehrt auch online anbieten und gleichzeitig im Warenhaus den Kunden ein Einkaufserlebnis bieten müssten, sagt der Marketingprofessor.

«Nur, wenn man alle fünf Sinne verstärkt über Inspiration, über Erlebniskonzepte ansprechen kann, hat das Warenhaus im Vergleich zum Onlineverkauf eine Daseinsberechtigung.»

Die Warenhäuser werden also vermehrt in die Ladengestaltung investieren müssen, um sich von der Onlinekonkurrenz abheben zu können.