Sabastian Sawe ist am Wochenende als erster Mensch einen Marathon unter zwei Stunden gelaufen. Was Sawes Wegwerf-Schuhe damit zu tun hatten, weiss SRF-Redaktor Pascal Lago.
Wie viel haben die Weltrekord-Schuhe gekostet?
Sie haben über 500 Dollar gekostet – sehr viel für einen Schuh, der nur einen Marathon lang hält. Aber es sind eben ganz spezielle Schuhe, sogenannte Superschuhe. Diese sind ultraleicht und aus Carbon. So hat Sabastian Sawe bei jedem Schritt vom Schuh einen Extraimpuls nach vorne bekommen. Nur dank dieser Hightech-Schuhe können die Marathonläufer überhaupt noch schneller werden und neue Rekorde aufstellen.
Wer hat den Weltrekord-Schuh entwickelt?
Es ist ein Schuh von Adidas. Das gibt jetzt viel zu reden – wegen der Konkurrenz mit Nike. Nike hatte schon vor knapp zehn Jahren die Technologie mit dem Carbon erfunden und angekündigt, dass damit ein Marathon unter zwei Stunden möglich sein werde. Per Zufall geschafft hat es jetzt Adidas, denn Sawe hätte den Rekord wohl auch mit einem Nike geschafft. Der Rekordschuh war nicht einmal 100 Gramm schwer. Inzwischen sind die Schuhe so wichtig geworden, dass der Leichtathletikverband Regeln aufstellen musste, damit es fair bleibt: So darf im Schuh nur noch eine Carbon-Platte sein. Ausserdem darf die Schuhsohle maximal 40 Millimeter dick sein. Innerhalb dieser Regeln dürfen sich Marken wie Nike und Adidas aber austoben.
Sind diese Schuhe auch für Hobbysportler geeignet?
Nein. Bei diesen Schuhen geht es ausschliesslich darum, die Zeiten zu verbessern und noch schneller zu werden. Für Hobbysportler können solche Schuhe sogar ungesund sein, weil sie gezielt für Profis entwickelt wurden, die auch die nötige Muskulatur dafür haben. Für Adidas und Nike geht es dabei um Werbung: Sie können dadurch auch ihre Laufschuhe für den Alltagssportler besser verkaufen. Dieser Markt ist riesig. Weltweit setzen die Schuhhersteller allein mit Joggingschuhen etwa 19 Milliarden Franken pro Jahr um. Bis 2025 könnten es sogar 30 Milliarden Franken sein.