Was für eine Laufbahn machte Robert Studer? Robert Studer schaffte es als Sohn eines Luzerner Käsers und Absolvent einer kaufmännischen Lehre bis in den Olymp der Schweizer Banken. 1963 trat er in die Schweizerische Bankgesellschaft SBG ein und prägte die Bank in verschiedenen Funktionen über Jahrzehnte. So leitete er etwa die Niederlassungen in Beirut und New York. Später wurde er Generaldirektor und stand dem Bereich Finanzen vor.
Wie wurde Robert Studer bekannt? Im Alter von fünfzig Jahren wurde Robert Studer 1988 Präsident der Generaldirektion und Leiter der Stabsstellen der Schweizerischen Bankgesellschaft. Die SBG war lange die grösste Bank der Schweiz und weltweit eine wichtige Vermögensverwalterin. Drei Jahre später wurde Studer Präsident der Konzernleitung. Von 1996 bis 1998 präsidierte er die Bankgesellschaft.
Wie prägte Robert Studer die Schweizer Bankengeschichte? Unter Studer fusionierte 1998 die Bankgesellschaft mit dem Bankverein zur UBS. 13’000 Stellen wurden gestrichen. Mit verwalteten Vermögen in der Höhe von 1320 Milliarden Schweizer Franken wurde die UBS zur weltweit grössten Vermögensverwalterin. In der UBS spielte Studer keine Rolle mehr.
Welche Rolle spielte Robert Studer im Zusammenhang mit nachrichtenlosen Vermögen? 1996 begann die Diskussion um Vermögenswerte jüdischer Opfer der Nazi-Herrschaft auf Schweizer Banken. Erst weigerten sich die Banken, auf die Forderungen nach Nachforschungen einzugehen, und versteckten sich hinter dem Bankgeheimnis. Robert Studer schätzte die Lage falsch ein und sprach in seiner Funktion als VR-Präsident des SBG von jüdischen Vermögenswerten als «Peanuts» im Vergleich zur Bilanzsumme der Bank.
Wie äusserte sich Robert Studer bei der Affäre Meili? In Studers Zeit als SBG-Präsident fiel auch die Affäre Meili. Wachmann Christoph Meili entdeckte 1997 bei einem nächtlichen Rundgang Akten, die die SBG zum Schreddern bereitgestellt hatte. Er vermutete, dass es sich dabei um Belege über Bankbeziehungen jüdischer Nazi-Opfer handelte. Meili übergab die Akten jüdischen Organisationen. Studer zweifelte in der SRF-Sendung «Arena» an, dass Meili lautere Beweggründe für sein Handeln hatte, und implizierte so, dass Meili auf jüdisches Geld aus sei: «Mein Wissensstand jetzt lässt mich vermuten, dass die Gründe, die Herr Meili bis jetzt angegeben hat für sein Handeln, nicht die einzigen sind.» Im August 1998 schlossen Schweizer Banken, Sammelkläger und jüdische Organisationen einen Vergleich in der Höhe von 1.25 Mrd. US-Dollar.
Was hatte Robert Studer mit der Credit Suisse zu tun? 1996 wollte der damalige Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Rainer E. Gut, die Bankgesellschaft übernehmen. Robert Studer in seiner Funktion als Präsident der Konzernleitung und der damalige VRP der Bankgesellschaft, Niklaus Senn, stemmten sich dagegen.
Wie trat Robert Studer politisch in Erscheinung? 1992 setzte sich Studer für den Beitritt der Schweiz zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ein. Sein Widersacher: der damalige SVP-Nationalrat und Chef der Ems-Chemie, Christoph Blocher. Im Abstimmungskampf ging Studer etwa an eine Veranstaltung der lokalen SVP in Winterthur, an der Blocher auftrat, und liess sich von einem SRF-Team für die Sendung «10vor10» begleiten. Studer ergriff das Wort und wurde in der Folge vor laufender Kamera ausgepfiffen.