Trotz darbender Öl-Industrie: Transocean schreibt schwarze Zahlen

Der im Kanton Zug ansässige US-Bohrinselkonzern Transocean hat das Jahr 2015 mit einem Reingewinn von 791 Millionen Dollar beendet. Konzernchef Jeremy Thigpen blickt vorsichtig optimistisch in die Zukunft.

Das Hauptquartier von Transocean in Steinhausen (Gebäude links) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der in Steinhausen ansässige Konzern zeigt sich vorsichtig optimistisch. Keystone

Der Ölförder-Dienstleister Transocean fasst langsam, aber sicher wieder Fuss. Nach Restrukturierungen und teuren Abschreibern auf seinen Offshore-Ölplattformen hat das in der Schweiz ansässige Unternehmen das vergangene Geschäftsjahr mit schwarzen Zahlen beendet.

Der Reingewinn belief sich Ende 2015 auf 791 Millionen Dollar, wie Transocean am Mittwochabend mitteilte. Im Jahr zuvor hatte noch ein schwerer Verlust in der Höhe von 1,9 Milliarden Dollar resultiert.

Streit um Ölkatastrophe beigelegt

Allein im vierten Quartal schaute für Transocean ein Gewinn von 611 Millionen Dollar heraus (Vorjahr: -739 Mio. Dollar). Seit dem zweiten Quartal 2015 befindet sich die Firma wieder in der Gewinnzone. Belastend auf den Gewinn 2015 wirkten sich die Wertberichtigungen in der Höhe von total 1,7 Milliarden Dollar aus.

Transocean nahm diese auf Material vor, für das die Firma in der darbenden Ölindustrie derzeit keine Verwendung findet. Teilweise kompensiert wurde der Abschreiber durch die Beilegung des Streits um die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die auch Versicherungszahlungen auslöste.

Umsatzmässig ist Transocean im Jahresvergleich deutlich kleiner geworden: Die Einnahmen beliefen sich noch auf 7,4 Milliarden Dollar, nach 9,2 Milliarden vor Jahresfrist.

Letzter Bericht als SIX-Konzern

Konzernchef Jeremy Thigpen zeigt sich vorsichtig optimistisch zur Zukunft. Zwar könne niemand voraussagen, wann die Ölförderindustrie sich wieder erhole. Die starke Liquidität und die relativ zur Konkurrenz vollen Auftragsbücher würden Transocean aber während der Baisse stützen. Der in den USA verwurzelte Konzern hat seinen Unternehmenssitz im steuergünstigen Kanton Zug.

Noch bis Ende März sind die Transocean-Aktien auch an der Schweizer Börse SIX kotiert, danach werden sie dort auf Antrag von Transocean dekotiert und nur noch in New York gehandelt.Die Aktie hatte am Mittwoch den Handelstag in New York mit einem Allzeittief abgeschlossen. Sie verlor rund 4 Prozent zum Vortag. Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen ging der Kurs wieder leicht nach oben.